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Techem: Übernahmeangebot aus Australien [Upd.]

Die australische Bank Macquarie will über ein deutsches Tochterunternehmen den Heizkostenerfasser Techem aus Eschborn für 1,1 Milliarden Euro übernehmen. Die MEIF II Energie Beteiligungen GmbH & Co KG biete 44 Euro in bar je Stückaktie, teilte Macquarie am Montag in Frankfurt am Main mit.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Frankfurt/Eschborn (ddp-hes/sm) - Dieses Angebot entspreche einer Prämie von 18,9 Prozent auf den durchschnittlichen gewichteten Börsenkurs der letzten drei Monate. Techem lehne eine Übernahme bislang ab. Die Aktie des Energiedienstleisters reagierte mit einem Kurssprung von rund 15 Prozent auf über 48 Euro.

Macquarie hat nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit Techem wegen der Übernahme geführt. Techem habe die Annäherung aber abgewiesen und klar gemacht, eigenständig und börsennotiert bleiben zu wollen, sagte Martin Stanley, Executive Director der Bank. Daher habe sich Macquarie nun direkt an die Aktionäre von Techem gewandt, damit diese selbst entscheiden können. Die australische Bank strebe keine Änderungen am Geschäftsmodell von Techem an und sei nicht darauf aus, Synergien zu erzielen.

MEIF II und die Macquarie Gruppe halten derzeit nach eigenen Angaben einen Anteil von 17,0 Prozent an Techem. MEIF II biete als langfristig orientierter Eigentümer Techem und seinen Kunden Stabilität, finanzielle Ressourcen und Expertise, hieß es. Ein Sprecher von Techem wollte die Aussagen nicht kommentieren. Er räumte ein, dass verschiedene Finanzinvestoren Interesse an Techem bekundet hätten und verwies auf diesbezügliche Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Horst Enzelmüller. Dieser hatte sich jüngst in einem Interview ablehnend zum Interesse von Finanzinvestoren geäußert.

Macquarie hatte in der vergangenen Woche bereits den britischen Wasserversorger Thames Water vom Energiekonzern RWE erworben. Dem hat jetzt auch der RWE-Aufsichtsrat zugestimmt, so eine Mitteilung des Essener Energiekonzerns. Inklusive Schulden hat die Transaktion den Angaben zufolge einen Wert von 8,0 Milliarden Pfund, das entspricht 11,9 Milliarden Euro. Jetzt müssten noch die Kartellbehörden dem Verkauf zustimmen.

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