Grenzwertproblematik

Tausende Ökostromanlagen müssen nachgerüstet werden

Tausende bereits in Betrieb genommene Ökostromanlagen müssen einem Medienbericht zufolge bald nachgerüstet werden. Offenbar sind die Anlagen auf eine weniger intensivere Produktion ausgelegt gewesen als es derzeit der Fall ist. Würden viele Anlagen gleichzeitig ausfallen, hätte das erhebliche Folgen für die Stromproduktion.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (afp/red) - Eine Experten-Gruppe des Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministeriums, der Bundesnetzagentur und mehrerer Verbände aus dem Bereich Ökostrom berate derzeit über die geplante Nachrüstung, wie "Spiegel Online" am Freitag unter Berufung auf Unterlagen des Bundeswirtschaftsministeriums berichtete. Grund sei, dass sich eine große Zahl von Windrädern, Biogasanlagen und Wasserkraftwerken derzeit gleichzeitig automatisch abschalten würden, wenn die Frequenz im Stromnetz gewisse Grenzwerte, beispielsweise 49,5 oder 50,5 Hertz, über- oder unterschreite.

Ökostrom Produktion deutlich angestiegen

Als die Anlagen auf diese Grenzwerte eingestellt wurden, sei die Ökostrom Produktion noch klein gewesen, hieß es in dem Bericht weiter. In manchen Monaten stammten inzwischen aber schon 20 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien, womit tausende Anlagen bei Erreichen der Grenzwerte ausfallen könnten. Im Ernstfall drohten allein durch Produktionsausfälle in der Industrie Schäden von mehreren Milliarden Euro. Würden zudem viele Anlagen zur gleichen Zeit ausfallen, bräche die Stromproduktion unkontrollierbar stark ein.