Kompromiss

Tarifabschluss Steinkohlenbergbau: Einmalzahlung und zwei Prozent statt vier Freischichten

In der fünften Verhandlungsrunde wurde gestern in Essen ein Tarifkompromiss für die 55 000 Beschäftigten im Steinkohlebergbau erzielt. Es gibt eine Einmalzahlung von 250 DM und eine Umwandlung von Freischichten in eine Einkommenserhöhung.

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Nach schwierigen Verhandlungen wurde in der fünften Verhandlungsrunde für die 55 000 Beschäftigten im deutschen Steinkohlenbergbau gestern in Essen ein Abschluss erzielt: Für die Monate August bis Dezember 2001 gibt es eine Einmalzahlung von 250 DM, Auszubildende bekommen 100 DM. Ab 1. Januar 2002 werden vier Freischichten in eine Einkommenserhöhung von zwei Prozent umgewandelt, Auszubildende sind ausgenommen. Diese Regelung ist bis Ende 2002 befristet. Der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen wurde bis 31. Dezember 2002 verlängert.

"Mit diesem Abschluss leisten die Beschäftigten zum wiederholten Male einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung der schwierigen Probleme im Steinkohlenbergbau", erklärte IG-BCE-Verhandlungsführer Werner Bischoff. Er erläuterte weiter, dass das Jahr 2001 für den deutschen Steinkohlenbergbau vor allem durch erhebliche Probleme in der Produktion bestimmt gewesen sei. Für etwa 6000 Betroffene im Steinkohlenbergbau wurde außerdem ein Teilausgleich der versicherungsmathematischen Rentenabschläge vereinbart. Übertagebeschäftigte, die im Rahmen der sozialverträglichen Anpassung vorzeitig in den Ruhestand gehen, müssen bei ihren Renten versicherungsmathematische Abschläge hinnehmen. Der nun abgeschlossene Tarifvertrag sieht für jeden Betroffenen die Einzahlung eines Versorgungsbeitrages von 9200 Euro in den "Bochumer Verband neu" vor. Das bedeutet eine monatliche Rentenleistung von 65 Euro ab dem 60. Lebensjahr.

Außerdem wurde vereinbart, alle Auszubildenden unbefristet zu übernehmen, die ihre Prüfung im Winter 2001/2002 bestehen. Eine weitergehende Erklärung zur unbefristeten Übernahme aller Auszubildenden konnte nicht erreicht werden. Es wurde jedoch vereinbart, sich jeweils im März zu Verhandlungen über die weiteren Übernahmen der Auszubildenden zu treffen.