Strom-News
GutachtenExperten üben massive Kritik an den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) zur Einrichtung einer Meldestelle für Benzinpreise. In einem Gutachten, über das die "Wirtschaftswoche" vorab berichtete, warnt der Wissenschaftliche Beirat des Ministeriums, die Einführung einer solchen Stelle sei "kontraproduktiv".
Hohe Benzinpreise erfordern Reaktionen - nur welche?
(Foto / Abb.: ADAC)Düsseldorf (dapd/red) - Ein "Übermaß an Markttransparenz" erhöhe bei einer Handvoll beherrschender Konzerne sogar noch "die Wahrscheinlichkeit von abgestimmtem Verhalten", sagte Beiratsmitglied Alexander Eisenkopf von der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen dem Magazin. "Dann könnte Tanken eher teurer als günstiger werden."
Die Experten empfehlen stattdessen, beim Großhandel anzusetzen. Ähnlich hatte sich unlängst bereits die Monopolkommission der Bundesregierung geäußert. Statt einer beim Kartellamt angesiedelten zentralen Meldestelle empfahl sie eine Online-Datenbank in Form eines "Spritpreis-Navis".
Ein verbrauchernahes Onlineportal sollte Autofahrern einen Vergleich der Benzinpreise in Echtzeit ermöglichen, sagte der Vorsitzende der Kommission, Justus Haucap, am 6. Juli. Möglichst solle das Navigationsgerät im Auto dem Fahrer den Weg zur günstigsten Tankstelle in seiner Umgebung weisen. So könnten die Verbraucher die Mineralölkonzerne ganz anders unter Druck setzen, betonte Haucap.
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Für Autourlauber lohnt sich der Vergleich der Spritpreise in den verschiedenen Ländern Europas: Für Reisende nach Italien etwa empfehle es sich, spätestens in Österreich zu tanken, teilte der ADAC am Mittwoch in München mit. Dort sei Superbenzin je Liter um 34 Cent billiger als in Italien, Diesel koste rund 28 Cent weniger.
Ein Politiker der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung vergleicht seit rund zehn Jahren die Benzinpreise mit den Preisen für Rohöl. Seinen Berechnungen zufolge liegt der momentane Preis für einen Liter Superbenzin um über zehn Cent zu hoch, so dass die Konzerne etwa 189 Millionen Euro zusätzlich hätten einstreichen können.
An den deutschen Tankstellen sind die Preise kurz vor dem Pfingstwochenende wieder in die Höhe gegangen. Laut ADAC habe sich trotz des sinkenden Rohölpreises das Benzin zwischen Mittwoch und Freitag um knapp drei Cent pro Liter verteuert. Wer über Pfingsten mit dem Auto verreist, sollte deshalb seine Tankstopps entsprechend planen.
Auf der Automobil International in Leipzig werden zwischen dem 2. und dem 10. Juni unter anderem verschiedene neue Erdgasautos gezeigt. Darunter wird der Erdgaspassat TSI EcoFuel von Volkswagen zu sehen sein, der kürzlich vom ADAC als Auto der Zukunft ausgezeichnet wurde. Er soll nur halb so viel Tankkosten verursachen wie ein Benziner.
Die häufige Berichterstattung darüber scheint nun auch bei den Konzernen angekommen zu sein: Der Preisvorteil für Autofahrer, die am Montag tanken, ist im ersten Quartal dieses Jahres nach Presseangaben deutlich gesunken. Bei E10 gab es demnach nur 1,5 Cent Unterschied zum Freitag als bislang teuerstem Tag.Strompreise vergleichen
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