Aufruf

Tanja Gönner fordert mehr Klimaschutz für Baden-Württemberg

Die baden-württembergische Umweltministerin hat zu verstärkten Klimaschutzanstrengungen im Land aufgerufen. Es müsse deutlich mehr als bisher getan werden, denn den geschätzten Klimaschutzkosten von rund 600 Millionen Euro stünden weit höhere volkswirtschaftliche Schäden gegenüber.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Offenburg (red) - Umweltministerin Tanja Gönner rief am Dienstag in Offenburg beim Klimaforum "Climeaid - Naturgewalt Menschheit" zu verstärkten Klimaschutzanstrengungen im Land auf. "Der Klimawandel stellt eine der zentralen Herausforderungen dieser Zeit dar." Die in Privathaushalten, Industrie und Verkehr vorhandenen Potenziale zur Minderung der Treibhausgasemissionen müssten konsequent ausgeschöpft werden, mahnte Gönner. Das Land werde dazu mit der Fortführung erfolgreicher und der Entwicklung neuer Klimaschutzprogramme seinen Beitrag leisten. Außerdem werde in den kommenden Jahren in landeseigenen Liegenschaften die Energiebilanz optimiert werden. "Das reicht jedoch nicht aus. Es muss noch mehr angepackt werden. Da sind alle gefordert."

Ein verstärktes Engagement beim Klimaschutz sei zwar mit Aufwendungen verbunden, aber durchaus finanzierbar, so Gönner. Nach einer Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft würden in Baden-Württemberg jährliche Kosten von etwa 600 Millionen Euro entstehen. "Das darf aber nicht einseitig und isoliert betrachtet werden. Wir wissen auch, dass Klimaschutzkosten weit höheren volkswirtschaftlichen Schäden in der Zukunft durch einen ungebremsten Klimawandel gegenüber stehen." Investitionskosten würden sich außerdem häufig durch verringerte Energiekosten amortisieren. Klimaschutzanstrengungen eröffneten zudem neuen Umwelttechnologien erweiterte Marktchancen.

"Der Klimawandel vereint Ökologie und Ökonomie", so Gönner. Landesweit seien bereits etwa 108.000 Menschen im Umweltbereich beschäftigt. "Das sind knapp drei Prozent aller Arbeitsplätze. Ihre Zahl wird in den kommenden Jahren im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich zunehmen." Der Umweltsektor zähle zu den großen Wachstumsbranchen in Baden-Württemberg. "Umwelt- und Klimaschutz sichert Beschäftigung und schafft neue wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven." Davon könne der Südwesten mit seinen überwiegend mittelständisch geprägten Unternehmen mit hohem Innovationspotenzial besonders profitieren, zeigte sich Gönner überzeugt. In Baden-Württemberg solle in der Stromerzeugung der Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent verdoppelt und der Energieverbrauch pro Einwohner in den kommenden zehn Jahren um 20 Prozent gesenkt werden. "Der Schlüssel auf dem Weg dahin liegt in modernen Umwelttechnologien."