Erdwärme nutzen

Tagung beleuchtet Chancen der Geothermie in Saar-Bergwerken

Bereits jetzt wird im Saarland ein Teil des Strombedarfs durch die Nutzung der Geothermie in Grubenbergwerken genutzt. Die Veranstaltung "Geothermische Nachfolgenutzung von Bergwerken" des Umweltministeriums Saarlands zeigt Möglichkeiten auf, stillgelegte Bergwerke für Wärmegewinnung zu nutzen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarland (red) - "Unsere Erde ist ein gigantisches Wärmekraftwerk. Die Nutzung dieses praktisch unerschöpflichen Energiepotenzials bietet die große Chance, umweltverträglich große Mengen an Energie zu gewinnen", erläuterte Stefan Mörsdorf, Umweltminister des Saarlandes. Allein die Wärme in der oberen Erdkruste könnte die ganze Welt für 100.000 Jahre mit Energie versorgen. "Für das Saarland eröffnet Geothermie besonders interessante Perspektiven, da sich Bergwerke gut eignen, um Erdwärme zu gewinnen", meint Mörsdorf weiter. Still gelegte Stollen dienen so als Sammelbecken für Grubenwasser, das mit Hilfe von Wärmepumpen zur Wärmegewinnung oder Stromerzeugung genutzt werden kann.

Die Fachtagung Geothermie hat das Umweltministerium gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes und dem Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) organisiert. Sie findet am HTW-Standort Waldhausweg statt und beginnt um 9.15 Uhr. Die vier Referate des Vormittages befassen sich mit der geothermischen Nutzung von Steinkohlebergwerken in Kanada, England und dem Ruhrgebiet. Am Mittag geht es in drei Vorträgen um die Möglichkeiten der Geothermie in den Bergwerken des Kohlebergbaus im Saarland. Dabei wird auch ein interessanter Nutzungsaspekt von Steinkohlegruben beleuchtet, nämlich die Verstromung von Grubengas. Auf diese Weise werde bereits jetzt ein nicht unerheblicher Teil des Strombedarfes im Saarland gedeckt.

Dass Geothermie auch geeignet ist, um ganz normale Einfamilienhäuser behaglich zu beheizen, wird im letzten Referat der Fachtagung dargestellt. Umweltminister Mörsdorf meint dazu:"Geothermie ist im Saarland ein Thema, dem wir uns verstärkt zuwenden werden. Diese international ausgerichtete Tagung soll dazu Impulse liefern."

Nähere Informationen zur Fachtagung sind erhältlich beim Ministerium für Umwelt des Saarlandes, Keplerstraße 18, 66117 Saarbrücken, e-Mail: info@umwelt.saarland.de. Für die Teilnahme an der Fachtagung wird eine Teilnahmegebühr von 50 Euro erhoben.