Rohstoffkrise

Tagesspiegel: Solarindustrie leidet unter Silizium-Verknappung

Der für die Herstellung von Solaranlagen wichtige Rohstoff Silizium ist knapp - und teuer. Die Solarindustrie ist von den Lieferengpässen mehr und mehr betroffen und kann ihr Wachstum nicht wie geplant verwirklichen, schreibt "Der Tagesspiegel". Analysten sehen daher derzeit auch für Solaraktien kein großes Potenzial.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Solarindustrie leidet zusehends unter Lieferengpässe bei Silizium. So wird das Unternehmen Q-Cells in diesem Jahr wegen des Rohstoffmangels nur Solarzellen für 160 Megawatt herstellen können. Ursprünglich geplant waren 200 Megawatt, sagte eine Sprecherin dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Peter Woditsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Solar, räumt ebenfalls Probleme ein: "Unser Wachstum wird wegen der Silizium-Verknappung schwächer."

Auch Anleger sollten die Rohstoffkrise ernst nehmen. "In Solaraktien einzusteigen ist momentan heikel", warnt Matthias Fawer, Analyst bei der Bank Sarasin. Patrick Hummel, Analyst bei der Landesbank Baden- Württemberg (LBBW), sieht für Solaraktien kurzfristig ebenfalls kein großes Potenzial. "Wir haben alle Solarwerte auf halten", erklärt er.

Selbst Endverbraucher sind vom Silizium-Mangel betroffen: Abnehmer von Solaranlagen müssten derzeit mit einem Preisaufschlag von zwei bis fünf Prozent rechnen, sagte Hummel. Doch oft haben Kunden sogar Schwierigkeiten, überhaupt eine Photovoltaikanlage zu bekommen. "Wer heute eine Solaranlage bestellt, muss mit einem halben Jahr Lieferzeit rechnen", erklärte Experte Fawer von der Bank Sarasin.

Silizium ist elementarer Bestandteil von Photovoltaikanlagen. Seit Anfang 2004 ist der Preis für eine Tonne von 25 Dollar auf fast 40 Dollar gestiegen - ein Plus von 60 Prozent.

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