Symposium der Energieagentur NRW: Hoffnungsträger Brennstoffzelle

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"Der Ansatz, Wasserstoff durch Elektrolyse mit Hilfe von Photovoltaik, Wind- oder Wasserkraft zu erzeugen und der Brennstoffzelle zuzuführen, ist es wert, mit Nachdruck verfolgt zu werden. Damit wäre eine ideale, emissionsfreie und jederzeit verfügbare Versorgung zu erreichen." Dieses Statement aus dem Vortrag von Kai Klinder vom Remscheider Heizungsbauer Joh. Vaillant verdeutlicht, warum der globale Wettlauf um die Markteinführung von Brennstoffzellen-Technologien bereits heute mit einem so hohen Tempo gegangen wird.


Etwa 100 Experten folgten am 7. November der Einladung der Landeseinrichtung Energieagentur NRW und der Technischen Akademie Wuppertal in die Historische Stadthalle von Wuppertal, zum zweiten Brennstoffzellensymposium, das im Rahmen des Impuls-Programms RAVEL NRW veranstaltet wurde. Hier wurden die aktuellen Innovationssprünge des Hoffnungsträgers Brennstoffzelle beleuchtet. Ergebnis: ein wirtschaftlicher Betrieb als Teil einer energieeffizienten und ressourcenschonenden Energieversorgung ist absehbar - um so mehr, als Brennstoffzellen-Systeme aufgrund hoher Gesamtnutzungsgrade schon bei kleinen Leistungsklassen beste Voraussetzungen zum Beispiel für Blockheizkraftwerke (BHKW) bieten. "Aus technischer Sicht sind die einzelnen Vertreter der Brennstoffzellen-Typen zu einer reifen Technologie geworden", konstatierte beispielsweise Manfred Waidhas von der Siemens AG ebenso wie die meisten Referenten. Ihre Zuverlässigkeit konnte in einer Reihe von Anwendungen nachgewiesen werden.


Ziel des Symposiums war, einen aktuellen Überblick zu Grundlagen, Entwicklungsstand und Potential der stationären Brennstoffzellen-Anlagentechnik einschließlich ihrer Systemeinbindung zu geben. Werner Schnurnberger (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) widmete sich den Funktionsprinzipien der Energieumwandlung in Brennstoffzellen, Manfred Waidhas (Siemens AG) dem Stand der Technik von Niedertemperatur-Brennstoffzellen, Prof. Dr. Dieter Stolten dem der Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Reinhold Wurster von der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH analysierte die bestehenden Kraftstoffoptionen. Die Darstellung von Praxiserfahrungen, Wirtschaftlichkeitsfragen und Anwendungschancen - u.a. aus Sicht von Energiedienstleistern und lokalen EVU - bildete einen weiteren Schwerpunkt. Guido Gummert (Hamburg Gas Consult) stellte wasserstoffbetriebene Blockheizkraftwerke vor, Roland Diethelm (Sulzer Hexis AG, Schweiz) berichtete von dreijährigen Feldversuchen der Hochtemperatur-Brennstoffzelle für Einfamilienhäuser. An acht Standorten (7 in Europa, einer in Japan) kam man auf mehr als 50 000 Betriebsstunden und sieht nun für das Jahr 2001 eine Produkteinführung vor. Gemeinsam mit dem Brennstoffzellen-Hersteller Plug Power (USA) widmet sich auch die Joh. Vaillant GmbH der Hausenergieversorgung durch Niedertemperatur-Brennstoffzellen. Das Unternehmen prognostiziert einen langsam ansteigenden Absatz von anfänglich wenigen Hundert im Jahr 2003 bis zu über 100 000 Einheiten im Jahr 2010, so Kai Klinder. Bernd Vogel (Wingas GmbH, Kassel) entwickelte eine Vision - er zeigte die Brennstoffzelle als Kern eines attraktiven Energiedienstleistungskonzeptes in der Gebäudeenergieversorgung als gute Chance für lokale Energieversorger, ihre eigene Wettbewerbsposition zu stärken, indem sie die Innovation des Produktes Brennstoffzelle, zum Beispiel in der Wohnungswirtschaft, nutzen.