Dreigespann

SWM und Avacon übernehmen Stadtwerke Stendal

Wie sich abgezeichnet hatte, darf die Bietergemeinschaft von Avacon und Städtischen Werken Magdeburg die Stadtwerke Stendal mit einer Beteiligung von 74,9 Prozent übernehmen - der Stadtrat hat der Mehrheitsbeteiligung gestern zugestimmt. Das Beteiligungskonzept garantiert der Stadt auch weiterhin Einflussmöglichkeiten

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Am gestrigen Donnerstag hat der Stadtrat von Stendal über den geplanten Verkauf von 74,9 Prozent der Stadtwerke entschieden. Nach einer europaweiten Ausschreibung war nur noch die Bietergemeinschaft aus Städtischen Werke Magdeburg GmbH (SWM) und Avacon AG übrig geblieben - und die hat den Zuschlag auch bekommen.

Das Konzept, das hinter ihrem Angebot steht, beschreiben SWM-Geschäftsführer Winfried Schubert und Avacon-Finanzvorstand Dr. Ingo Luge so: "Die Städtischen Werke Magdeburg und Avacon haben sich als Partner um die Anteile der Stadtwerke Stendal beworben. Jeder Partner übernimmt 37,45 Prozent der Anteile und ist eigener Minderheitsgesellschafter", so Schubert. Durch diese Konstruktion gehe keine Mehrheitsbeteiligung an einen Erwerber über. Das wiederum sichere der Stadt, über die vorhandene Sperrminorität hinaus eine größere Einflussmöglichkeit auf die weitere Entwicklung der Stadtwerke.

Das Konzept sieht vor, dass die Städtischen Werke Magdeburg die kaufmännische Betriebsführung für die Stadtwerke Stendal übernehmen. Die technische Betriebsführung der drei Sparten Strom, Gas, Wasser geht an Avacon über. Die Vertriebspolitik ebenso wie die Wärmeversorgung und die Wassergewinnungsanlagen bleiben in den Händen der Stadtwerke Stendal. Der Bereich Abwasser wird ausgegliedert und in eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Stadt überführt.

"Durch unser strategisches Konzept der Betriebsführung lassen sich Synergien heben, die langfristig die Wirtschaftlichkeit der Stadtwerke Stendal sichern", erläuterte Luge. Wenn Avacon die technische Betriebsführung übernehme, schließe das auch die in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter ein. "Die Übernahme durch Avacon bietet den Mitarbeitern eine Reihe von Vorteilen", so Luge. So sei beispielsweise die künftige Entlohnung nach E.ON-Tarif für alle Arbeitnehmer (keine Differenzierung zwischen Ost-/Westgehältern) einer von mehreren Inhalten der zu führenden Überleitungstarifverhandlungen. Auch flexible Arbeitszeiten oder eine betriebliche Alterssicherung würden.