swb Synor: Neues Verfahren für die Mitverbrennung von Tiermehl

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Tiermehl steht im Verdacht, Hauptursache für die Ausbreitung der Rinderseuche BSE zu sein. Anfang Dezember 2000 wurde daher die Verfütterung von Tiermehl in Deutschland verboten. Sofort setzte die Suche nach umweltverträglichen Wegen der Entsorgung für die etwa 750 000 Tonnen Tiermehl ein, die bundesweit jährlich produziert werden. Als eine der umweltschonendsten Möglichkeiten gilt die Mitverbrennung in Kraftwerken. Durch die hohen Temperaturen von weit über 1000 Grad werden dabei sämtliche organische Substanzen vollständig zerstört. Die swb Synor als Kraftwerksbetreiberin in Bremen hat überprüft, ob eine Mitverbrennung von Tiermehl in ihren Kohlekraftwerken grundsätzlich möglich ist, und daraufhin einen Probebetrieb beantragt. Dieser wurde im Februar 2001 vom Gewerbeaufsichtsamt Bremen genehmigt.


Vor Beginn des Probebetriebs hat die swb Synor in Bremen ein bundesweit bislang einmaliges Verfahren im Umgang mit dem Ersatzbrennstoff Tiermehl entwickelt. Das mittels Drucksterilisation (133 Grad, drei bar Druck) beim Produzenten vorbehandelte Tiermehl wird in einen im Auftrag der swb Synor entwickelten Spezialcontainer eingefüllt. Im Kraftwerk wird dieser Container an eine ebenfalls neu entwickelte Förderanlage angeschlossen. Eine Transportschnecke im Inneren des Containers befördert das Tiermehl automatisch in eine geschlossene Rohrleitung. Darin wird das Tiermehl zum Kohlezuteiler transportiert. Dort wird es gemeinsam mit der Kohle in die Kohlemühle eingetragen, aufgemahlen und zusammen mit dem Kohlestaub zur Verbrennung in den Kessel eingeblasen. Dort herrschen Temperaturen um die 1300 Grad. Projektleiter Ingo Kruse: "Wir vermeiden durch dieses geschlossene System die Emission von Gerüchen oder Stäuben. Weder beim Transport auf der Straße noch bei uns auf dem Hof oder im Kraftwerk kommen Menschen mit Tiermehl in Berührung. Durch die Drucksterilisation ist das Tiermehl zwar so vorbehandelt, dass keine Gesundheitsrisiken vorhanden sind. Unsere Mitarbeiter schätzen jedoch dieses Verfahren, weil es für sie angenehmer ist."


Bis Ende der Jahres läuft der Probebetrieb, bei dem 40 000 Tonnen Tiermehl am Standort Hafen und ab einem späteren Zeitpunkt im Jahr 20 000 Tonnen am Standort Hastedt mitverbrannt werden sollen. Diese Menge entspricht vom Brennwert insgesamt 42 000 Tonnen Steinkohle.