Weniger Kohlendioxid

swb geht neue Wege in der Energieerzeugung

Mit der Verwendung von Ersatzbrennstoffen zur Stromerzeugung verbraucht die swb Synor weniger Kohle und vermindert so auch den Kohlendioxidausstoß. Die Ersatzstoffe sind Abfälle aus Gewerbe, die sonst auf der Deponie landen und klimaschädliche Gase freisetzen würden.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Bremen (red) - Am Block 5 des Kraftwerkstandorts im Industriehafen in Bremen wird eine Anlage installiert, die es künftig ermöglichen soll, statt wie bisher ausschließlich Kohle nun auch Ersatzbrennstoffe zur Stromproduktion einzusetzen. Die sogenannte "Therko" (kurz für Thermische Ersatzbrennstoff Konditionierung) biete einen Vorteil für die Umwelt, denn eine Reduktion des Kohleeinsatzes verbessere die Kohlendioxid-Gesamtbilanz und sei ein Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Strom-Produktionsstandorts Bremen, teilte die swb Synor jetzt mit.

"Ersatzbrennstoffe sind ein hochwertiges Material", beschreibt Geschäftsführer Frank Schumacher die Mischung aus Folien, Kunststoffen, Holz und Papier. Sie seien schadstoffarm und heizwertreich. Die aus Gewerbeabfällen heraus sortierten Brennstoffe landen somit nicht mehr auf der Deponie, wo sie klimaschädliche Deponiegase freisetzen. Bei der swb Synor sollen auf lange Sicht jährlich 100 000 Tonnen dieses Ersatzbrennstoffs eingesetzt und damit 17 Prozent Kohle verdrängt werden.

Das Verfahren, das dabei zum Einsatz kommt, ist eine Entwicklung der swb Synor und laut Aussagen des Unternehmens in dieser Form einzigartig in Europa. Planmäßig soll die Therko Mitte 2006 in den Probebetrieb gehen. Die Ersatzbrennstoffe kommen dann in Ballen am Kraftwerk an. Sie landen über einen Ballenaufreißer und einen Kübellift in den Drehöfen, wo sie bei 550 Grad verschwelen. Das dabei entstehende Pyrolysegas ist besonders rein, annähernd frei von Schwermetallen und sonstigen Schadstoffen. Deshalb kann es direkt in den Kessel von Block 5 zur Verbrennung eingeblasen werden.