Neuausrichtung

swb AG: Ertragslage erholt sich

Der Bremer Energieversorger swb AG hat aufgrund eines Jahresfehlbetrags von 37 Millionen Euro im Jahr 2000 die Notbremse gezogen und eine Phase der Umstrukturierung eingeläutet. Mit Erfolg, wie der jetzt veröffentlichte Geschäftsbericht für 2001 zeigt.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach Jahren starken Wachstums einschließlich der Erschließung neuer Geschäftsfelder und der Umstrukturierung angestammter Geschäftsaktivitäten hat der Bremer Energieversorger swb AG im vergangenen Geschäftsjahr eine Phase der Konsolidierung und Neuausrichtung eingeläutet. Grund war vor allem der im Jahr 2000 erstmals ausgewiesene Jahresfehlbetrag von 37 Millionen Euro. Obwohl für das Jahr 2001 ein ähnlich hoher Verlust prognostiziert wurde, konnte diese Entwicklung jedoch gestoppt werden.

Trendwende zeichnet sich ab

Das Ergebnis des swb-Konzerns im Geschäftsjahr 2001 ist besser ausgefallen als noch im Herbst letzten Jahres angenommen. Die Konzernrechnung schließt mit einem positiven Ergebnis von einer Million Euro vor Steuern und einem Nachsteuerverlust von 22,4 Millionen Euro ab. Nach Ansicht des Vorstandes kann dieses Ergebnis 2001 jedoch in keiner Weise befriedigen, da es noch nicht auf eine Verbesserung im operativen Geschäft zurückzuführen ist, sondern auf außerordentliche Effekte. Dazu zählen vor allem die Veräußerung von Anteilen an der Telekommunikationstochter nordCom und Zahlungen aufgrund des Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetzes. Erst das letzte Quartal 2001 zeigte wieder eine aufsteigende Tendenz mit einer deutlichen Erholung im operativen Geschäft. Der Konzern-Umsatz stieg um rund neun Prozent von 803 auf 873 Millionen Euro, wobei die Zuwächse hauptsächlich im Bereich Energie und Trinkwasser erzielt wurden. "Diese Entwicklung geht in die richtige Richtung, reicht aber noch nicht aus, um mittelfristig wieder branchenübliche Renditen zu erzielen", kommentierte swb-Vorstandsvorsitzender Gerhard Harder.

Konzentration auf das Kerngeschäft

"Wir wollen uns in unserem Kerngeschäft Strom, Erdgas, Wärme und Wasser auf die bestehenden Märkte im Land Bremen konzentrieren und wieder profitabel werden. In Norddeutschland wollen wir weiter wachsen in den Geschäftsfeldern Abfall und Abwasser sowie bei Dienstleistungen rund ums Haus und rund ums Unternehmen", kündigte Harder an. Von Projekten, die sich auf längere Sicht hinaus nicht rechnen, will sich die swb AG konsequent trennen und hat mit diesem Konzentrationsprozess im Jahr 2001 auch schon begonnen. So hat die Vermarktungsgesellschaft swb Enordia z.B. inzwischen ihren bundesweiten Stromvertrieb eingestellt. "Bei einer Wechselbereitschaft der Kunden, die in ganz Deutschland kaum über drei Prozent liegt, ist es schwierig, generell Kunden zu akquirieren, dass sie eine profitable Gestaltung ermöglichen", sagte Harder. Aus ähnlichen Gründen eingestellt wurden Aktivitäten wie der Stromverkauf per Chipkarte "2E Easy Energy" und das Kooperationsprojekt mit Wohnungsbaugesellschaften "Wohnergie".