Umsätze gestiegen

Süwag konnte wirtschaftlichen Ziele nicht vollständig erreichen

Auf der Hauptversammlung der Süwag Energie AG zogen die Vorstände des Energieversorgers ein zufriedenstellendes Resümee für das abgelaufene Geschäftsjahr 2006. Die Umsatzerlöse inklusive Stromsteuer seien im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, das operative Ergebnis allerdings zurückgegangen.

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Die Umsatzerlöse des abgelaufenen Geschäftsjahres betrugen 1,5 Milliarden Euro inklusive Stromsteuer (2005: 1,3 Milliarden). Insgesamt wurden rund 8,6 Milliarden Kilowattstunden Strom (Vorjahr: rund acht Milliarden) an rund 840.000 Privat- und Gewerbekunden, rund 4.000 Geschäftskunden sowie zwölf weiterverteilende Energieversorgungsunternehmen. Der Erdgasabsatz sei aufgrund der warmen Temperaturen im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um etwa 0,5 Millionen Kilowattstunden auf rund 3,2 Milliarden Kilowattstunden gesunken. Die Tarif- und Heizungskunden bilden mit rund 75 Prozent an der Gesamtabgabe die größte Kundengruppe. Dank neuer Aufträge zur Wärmelieferung konnte der Wärmeabsatz gegenüber dem Vorjahr um 39 Millionen Kilowattstunden auf 196 Millionen Kilowattstunden gesteigert werden.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von über 94 Millionen Euro ist im Vergleich zum Vorjahr um 43 Millionen Euro gesunken. Zurückzuführen sei dies vor allem auf den nicht beschiedenen Strompreisantrag zum 1. Januar 2006 durch das Hessische Wirtschaftsministerium sowie die von der Bundesnetzagentur (BNetzA) Ende vergangenen Jahres abgesenkten Netznutzungsentgelte. Im Geschäftsjahr 2005 hatten sich zudem einmalige Effekte aus Fondsverkäufen positiv auf das Ergebnis ausgewirkt, die es 2006 nicht gegeben hätte, so der kaufmännische Vorstand, Dr. Klaus Kaiser. Nach Abzug aller Steuern verbleibt ein Jahresüberschuss von 48 Millionen Euro (Vorjahr 57,8 Millionen Euro). Der Hauptversammlung wurde daher eine gegenüber dem Vorjahr um 0,10 Euro abgesenkte Dividende von einem Euro je Stückaktie vorgeschlagen.

Gewinnverlust wegen sinkender Netznutzungsentgelte

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr seien bereits jetzt negative Auswirkungen der im Herbst 2006 durch die BNetzA abgesenkten Nutzungsentgelte für die Strom- und Gasnetze für das Geschäftsjahr 2007 erkennbar, die einen Umsatzrückgang im zweistelligen Millionenbereich zur Folge hätten.

Die unternehmerischen Herausforderungen der nächsten Jahre seien, so der Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus-Peter Balthasar, weiter sinkende Ergebnisbeiträge in den Kerngeschäften Strom und Erdgas zu verhindern. Entgegensetzen wolle das Unternehmen ertragswirksame Geschäftsaktivitäten sowie eine konsequente Umsetzung aller Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungspotenziale.

Kein Wettbewerbsmangel im deutschen Strommarkt

Balthasar nutzte die Hauptversammlung, um auf Vorwürfe gegen Energieversorger in den vergangenen Wochen zu antworten. Der Vorstand sehe keinen Mangel an Wettbewerb im deutschen Strommarkt. Im Jahr 2006 wurden von Deutschland insgesamt 66 Milliarden Kilowattstunden exportiert und 46 Milliarden Kilowattstunden importiert. Dieser rege Handel zeige, dass die deutschen Strompreise nicht die höchsten in Europa sein können, denn sonst würde nicht soviel Strom vom Ausland gekauft. Darüber hinaus, so Balthasar weiter, gibt es in Deutschland 950 Stromanbieter, wobei der größte Anbieter einen Marktanteil von nur 28,4 Prozent habe, in Spanien, Italien und Schweden dagegen fast 50 Prozent und in Frankreich sogar über 75 Prozent.

Der Staatsanteil (Steuern und Abgaben) am Strompreis ist in Deutschland mit 40 Prozent am höchsten in Europa. Laut dem Vorstandsvorsitzenden zahlte ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt im Jahr 1998 monatlich 37,60 Euro für Stromerzeugung, -transport und -vertrieb und 12,35 Euro für Steuern und Abgaben. 2007 zahlt der gleiche Haushalt für Stromerzeugung, -transport und -vertrieb 35,53 Euro und für Steuern und Abgaben 23,85 Euro.