Immer wieder Temelin

"Süddeutsche": E.ON droht Vertragsstrafe in Tschechien

Wegen dem umstrittenen Atomkraftwerk Temelin stieg E.ON aus dem Stromliefervertrag mit der CEZ aus - und riskiert eine Vertragsstrafe von bis zu 5,7 Millionen DM.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Wie die "Süddeutsche Zeitung" im Wirtschaftsteil ihrer heutigen Ausgabe berichtet, droht E.ON in Tschechien eine Vertragsstrafe von bis zu 5,7 Millionen DM, die das Unternehmen an den halbstaatlichen tschechischen Konzern CEZ zu zahlen hätte. Hintergrund: E.ON ist zum 31. Juli aus dem Stromliefervertrag mit CEZ ausgestiegen, weil der Konzern das umstrittene, da vermeintlich unsichere Atomkraftwerk Temelin betreibt. Aus diesem Grund hatte es nahe Passau bereits eine Boykott-Kampagne von Atomkraftgegnern gegen E.ON gegeben.

Eine Strafe, so die "Süddeutsche", erscheine E.ON wohl annehmbarer als ein potenzieller Prestigeverlust. Den tschechischen Versorger, an dem der Staat mit 67 Prozent beteiligt ist, trifft der Ausstieg E.ONs hingegen schwer: Das deutsche Unternehmen nahm ein Viertel des jährlich aus Tschechien exportierten Stroms ab.

Aus dem tschechischen Markt ziehe sich E.ON gleichwohl nicht zurück - ganz im Gegenteil: Der Düsseldorfer Konzern interessiert sich für die anstehende Privatisierung von CEZ. Allerdings nur, wenn Temelin nicht im "Bundle" dabei ist. Es kursiere das Gerücht, so die SZ, das E.ON ein Bieterkonsortium mit British Energy erwäge. British Energy könnte dann Temelin übernehmen - und E.ON ohne Prestigeverlust bei CEZ eintreten.