"Wirtschaftspolitischer Amoklauf"

Südbrandenburger Unternehmer gegen Ausstieg aus der Braunkohle

Südbrandenburger Unternehmen wenden sich vehement gegen einen Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung. Die Braunkohle sei ein unverzichtbarer Bestandteil einer sicheren Energieversorgung. Sie bilde zudem das Rückgrat der Südbrandenburger Wirtschaft.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Das wäre ein "wirtschaftspolitischer Amoklauf", betonten die Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer Cottbus, Joachim Linstedt und Knut Deutscher. Nach Angaben von Linstedt sind derzeit 5500 Menschen direkt in der Lausitzer Braunkohle-Industrie tätig. Die Zulieferleistungen von Unternehmen belaufen sich auf ein Volumen von einer halben Milliarde Euro. Die Kommunen verzeichneten Gewerbesteuereinnahmen von Braunkohle-Unternehmen in Höhe von 65 Millionen Euro pro Jahr.

Linstedt fügte hinzu, er glaube an die neue Technik zur CO2-Abscheidung, die derzeit in der Lausitz entwickelt werde. Sollte sie eines Tages funktionieren, ginge von der Region eine weltweite Innovation aus. Linstedt ergänzte: "Wenn wir stattdessen nur die Braunkohle-Kraftwerke abschalten, bringt das für das Weltklima gar nichts."

Nach Ansicht der Geschäftsführerin der Eder Fördertechnik in Kolkwitz, Karin Eder, wäre das Aus für die Braunkohle das Ende für viele Unternehmen in der Lausitz. Zahlreiche kleine und mittlere Betriebe seien Partner der Industrie, Tausende Jobs hingen von der Braunkohle ab. Auch der Geschäftsführer der Lübbenauer Emis Energy unterstrich: "Die Braunkohle ist der Motor für die Wirtschaft in der Lausitz." Nur auf Basis erneuerbarer Energien könne die Wirtschaft nicht überleben.