Konsequenzen

Stuttgart schränkt Erdwärmebohrungen ein

Für die umstrittenen Erdwärmebohrungen gelten in Baden-Württemberg ab sofort strengere Regeln. Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) kündigte am Donnerstag in Stuttgart an, Bohrungen nur noch bis zur ersten Grundwasserschicht zuzulassen. Er reagierte damit auf Schäden an Gebäuden in Leonberg und anderen Orten.

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Stuttgart (dapd/red) - Diese waren möglicherweise durch tiefer gehende Bohrungen verursacht worden.

Bohrungen, die zwei Grundwasserschichten miteinander verbinden, sind ab sofort untersagt. Sie gelten als problematisch, weil sich der Boden senken kann. Dies war möglicherweise im Juli in Leonberg der Fall. Dort waren nach einer Geothermiebohrung Schäden an 24 Gebäuden entdeckt worden. Eine behördliche Expertengruppe hält es für möglich, dass die Bohrfirma zwei Grundwasserschichten anbohrte, wodurch der Boden absackte.

Untersteller: Risiken der Geothermie minimieren

Untersteller erklärte, durch Risse in den Leonberger Gebäuden sei ein sehr hoher Schaden entstanden, der vermutlich vermeidbar gewesen wäre. "Wir brauchen die Geothermie als Baustein der Energiewende. Aber wir werden sie nur nutzen können, wenn wir sie technologisch beherrschen und Risiken minimieren."

Die neuen Einschränkungen könnten wieder zurückgenommen werden. Dazu müsse die Geothermie-Branche aber Vorschläge unterbreiten, wie Qualitätsstandards bei Bohrungen überwacht und Geschädigte bei Verstößen schnell entschädigt werden können. Denkbar sei etwa die Einrichtung eines Solidarfonds.

Finanzhilfen vom Land für die betroffenen Gebäudeeigentümer in Leonberg schloss Untersteller aus. Hier sei zuerst der Verursacher der Schäden in die Pflicht zu nehmen, nicht die Allgemeinheit, betonte er.