Negative Strompreise

Sturmtief Daisy sorgt für Massen an Windstrom

Das Tief Daisy hat uns am vergangenen Wochenende nicht nur ein Schneechaos beschert, sondern auch für eine rege Ökostrom-Produktion gesorgt. Denn durch den starken Wind konnten Deutschlands Windräder besonders viel Strom produzieren - so viel, dass die Stromkonzerne Geld zahlen, um den Windstrom loszuwerden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Linden (red) - Während Verbraucher immer mehr für ihre Stromrechnung bezahlen müssen, bekommt man an der Leipziger Energiebörse EEX teilweise sogar Geld geschenkt, wenn man Strom abnimmt. Was eigentlich paradox klingt, passiert tatsächlich immer häufiger: Man spricht dabei vom "negativen Strompreis".

Daisy sorgt für negative Strompreise

Vergangenes Wochenende bescherte uns das Sturmtief Daisy viel Wind, womit die Stromproduktion aus Windkraft enorm anstieg - sowohl auf dem Land als auch in Offshore-Windparks auf dem Meer. Es gab also plötzlich mehr Strom, als verbraucht wurde, so dass am Sonntag um 6 Uhr morgens die Megawattstunde Strom für minus 9,90 Euro gehandelt, wie die Onlinezeitung Der Westen berichtet. Das heißt, Käufer bekamen zu jeder Megawattstunde Strom knapp 10 Euro dazu. Denn für die großen Energiekonzerne ist es günstiger, die Windenergie zu verscherbeln, als ihre unflexiblen Kohle- oder Atomkraftwerke kurzfristig zu drosseln.

Netzbetreiber müssen Ökostrom abnehmen

Netzbetreiber sind verpflichtet, jede Kilowattstunde Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig gegenüber anderen Energieformen abzunehmen. Doch es kann nur so viel Strom durch das Netz fließen, wie an anderer Stelle verbraucht wird. Wenn in einer verbrauchsarmen Zeit besonders viel Strom - z.B. durch Windenergie - erzeugt wird, müssen die Energiekonzerne also ein paar Euro draufzahlen, um diesen loszuwerden.