Zukunft

Studie: Windgas kann Milliarden bei der Energiewende sparen

Die Windgas-Technologie könnte einer neuen Studie zufolge gleich mehrere Probleme bei der Energiewende lösen. Zum einen könne der Strom aus erneuerbaren Energien mit Hilfe der Anlagen gespeichert werden. Zum anderen sollen sich die Kosten der Energiewende gleich um mehrere Milliarden reduzieren.

Regenerative Energien© VRD / Fotolia.com

Hamburg/Berlin (red) – Mit Hilfe der Windgas-Technologie soll es möglich sein, Deutschland bis 2050 ausschließlich mit Energie aus Erneuerbaren zu beliefern. Das ist das zentrale Ergebniss einer Studie der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) und des Berliner Analyseinstituts Energy Brainpool, die im Auftrag von Greenpeace Energy erstellt wurde.

Milliarden Euro bei der Energiewende sparen

Mit der Technologie könnten ebenfalls die Kosten für die Energiewende erheblich gesenkt werden, so die Studie. Den Berechnungen der Wissenschaftler zufolge wird ein Stromsystem mit Windgas-Anlagen ab Mitte der 2030-er Jahre günstiger sein als eines ohne. Bereits 2040 läge die jährliche Ersparnis zwischen zwei und sechs Milliarden Euro und steige bis 2050 auf zwölf bis gut 18 Milliarden Euro an.

Deutsche Gasspeicher als Reserve für Strom

Die Windgas-Anlagen speichern überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen, indem sie diesen z.B. per Elektrolyse in Wasserstoff wandeln. Nach einem weiteren Syntheseschritt könne Windgas auch als Methan in die bereits vorhandenen deutschen Gasspeicher eingespeist werden, womit sich dann auch lange "Dunkelflauten" überbrücken ließen, also Phasen mit wenig Wind oder Sonneneinstrahlung.

"Die heute vorhandenen Speicherkapazitäten im Erdgas-System reichen theoretisch aus, um den deutschen Strombedarf für mehr als drei Monate zu decken", erklärt Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner von der OTH Regensburg. "Keine andere Speichertechnologie in Deutschland hat dafür ausreichende Kapazitäten, dazu ist Windgas über Zeiträume von zwei Wochen hinaus günstiger als jeder andere Speicher." Aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen wie Verkehr und Chemie sei Windgas zur Dekarbonisierung notwendig. "Nur durch den Einsatz von Windgas in der Kraftstoff- und Rohstoff-Herstellung können diese Sektoren ihre Klimaziele erreichen".

Höhere Investitionskosten müssten getätigt werden

Im Strombereich müssten laut Studie bis 2050 maximal 134 Gigawatt an Windgas-Anlagen gebaut werden. Dieser Bedarf sinke, wenn ergänzend zu Windgas andere und vielleicht günstigere Möglichkeiten zum Ausgleich der schwankenden Produktion erneuerbarer Energien erschlossen werden würden, etwa Batteriespeicher, kundenseitige Verbrauchsanpassung oder steuerbare erneuerbare Energien.

"Die Anfangsinvestitionen in den Ausbau von Windgas-Anlagen erhöhen die Kosten eines Stromsystems mit Windgas zwar zunächst", erklärt Thorsten Lenck von Energy Brainpool, "diese Ausgaben amortisieren sich aber zusehends und werden bis 2050 deutlich überkompensiert, zeigen die von uns berechneten Szenarien."