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Studie: Wenig Wettbewerb auf Strommarkt behindert Wirtschaftswachstum

Wenn auf dem deutschen Strommarkt ein funktionierender Wettbewerb herrschen würde, hätte das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr merklich höher gelegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zweier Institute.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der mangelnde Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt führt neuen Studien zufolge nicht nur zu überhöhten Preisen, sondern behindert auch das Wirtschaftswachstum. Würde auf dem deutschen Strommarkt ein funktionierender Wettbewerb herrschen, hätte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im vergangenen Jahr um 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte stärker zugenommen, heißt es in den Untersuchungen des Hamburgischen Weltwirtschafts Instituts (HWWI) und der Osnabrücker Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS), die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurden.

Danach hätte das Wirtschaftswachstum in Deutschland 2006 statt 2,7 Prozent 3,1 bis 3,2 Prozent betragen können. Zudem wären 83 000 bis 106 000 Arbeitsplätze mehr entstanden. Beide Studien gehen davon aus, dass die Strompreise in Deutschland vor staatlichen Steuern und Abgaben im vergangenen Jahr um 30 Prozent überhöht waren. Die Preise für Industrieunternehmen seien im Niveau deutlich höher als im Durchschnitt der EU.

Beide Untersuchungen sind im Auftrag von Europas größter Kupferhütte, der Norddeutschen Affinerie in Hamburg, entstanden, bei der die Energiekosten rund ein Viertel der Konzernkosten ausmachen.