Europa

Studie: Unterschiedliche Marktregeln erschweren Energiewende

Das gesamte europäische Stromsystem unterliegt im Zuge der Energiewende einem Wandel. Einer Studie zufolge blockieren die unterschiedlichen Marktregeln der EU-Länder den Umstieg auf Erneuerbare.

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Berlin - Der Handel mit Strom in Westeuropa läuft einer Untersuchung zufolge wegen unterschiedlicher Regeln in den Ländern nicht optimal. Das kann die Energiewende erschweren, wie eine Studie im Auftrag der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende zeigt. Die Angleichung der Marktregeln sei eine Voraussetzung dafür, dass erneuerbare Energien wie Wind- und Solarstrom erfolgreich und günstig ins europäische Stromsystem integriert werden könnten, teilte Direktor Patrick Graichen am Mittwoch mit.

Flexibilität beim Stromsystem gewinnt an Bedeutung

Da Wind und Sonne nicht gleichmäßig und vorhersehbar Strom liefern, gewinnt Flexibilität auf dem Strommarkt mit der Umstellung auf Erneuerbare an Bedeutung: Einerseits muss stets genug Strom im Netz sein, andererseits dürfen die Netze nicht überlastet werden.

Regeln im Stromhandel sind nicht gleich

Ein Beispiel für unterschiedliche Regeln in den Ländern ist der kurzfristige Stromhandel, genannt Intraday-Handel. In den Niederlanden, Frankreich und Belgien muss eine bestimmte Strommenge an der Börse für mindestens eine Stunde angeboten werden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist dagegen auch der Handel in Viertelstunden-Einheiten möglich - für rascher schwankenden Solar- und Windstrom ist das wichtig. Hier sehen die Autoren der Studie Potenzial, den grenzüberschreitenden Handel zu verbessern.

Strommärkte sollen besseer vernetzt werden

Deutschland arbeitet mit Österreich, Belgien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz im 2005 gegründeten Pentalateralen Forum (PLEF) daran, die nationalen Strommärkte enger zu vernetzen. Aber die nationalen Ansätze sind der Studie zufolge bisher nicht oder nur bedingt miteinander kompatibel.

Quelle: DPA