Wettbewerb zieht an

Studie: Unternehmen zum Stromversorgerwechsel bereit

Der britische Marktforscher Datamonitor hat in den vergangenen sechs Wochen 401 deutsche Unternehmen zu ihrer Zufriedenheit mit dem Stromversorger und ihrer Wechselbereitschaft befragt. Zehn Prozent gaben an, den Stromvertrag mit ihrem bisherigen Hauptversorger nicht verlängern zu wollen. 25 Prozent sehen in einem Wechsel derzeit keinen Sinn.

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In den kommenden Wochen wird sich der Wettbewerb im Großkundenmarkt wohl verstärken. Bei einer Befragung von 401 deutschen Unternehmen durch das britische Marktforschungsinstitut Datamonitor gaben zehn Prozent an, den Stromvertrag mit ihrem derzeitigen Hauptlieferanten zum Jahresende nicht verlängern zu wollen. 27 Prozent der Unternehmen haben bereits den Anbieter gewechselt.

Die Unternehmen aus Industrie und Dienstleistungswirtschaft, die jährlich mehr als eine Million Kilowattstunden Strom kaufen und somit 31 Prozent des Großkundenmarktes repräsentieren, wurden von Datamonitor über die Zufriedenheit mit ihrem Stromversorger und ihre Wechselbereitschaft befragt. Von den zehn Prozent, die ihren Stromversorger wechseln wollen, sind 16 Prozent Kunden bei RWE und elf Prozent Kunden bei E.ON. Wohin sie allerdings wechseln wollen, wissen sie laut Studie noch nicht.

Laut Datamonitor führt Vattenfall Europe mit 97 Prozent die Rangliste der Kundenzufriedenheit an, gefolgt von Energie Baden-Württemberg (EnBW) mit 96 Prozent und E.ON mit 94 Prozent. Die Qualität der Betreuung durch den Stromversorger sei neben dem Strompreis offenbar ein wesentlicher Aspekt, der zum Wechsel des Anbieters beiträgt, schreibt die Zeitung weiter.

Auch die Analysten von Datamonitor machen die Behinderungen bei der Netzdurchleitung und Intransparenz bei der Preisbildung als Gründe für die geringe Wechselbereitschaft auf dem deutschen Strommarkt aus. Etwa 16 Prozent der befragten Unternehmen hatten dies bemängelt. Fast 24 Prozent aller Befragten gaben an, dass ein Wechsel des Anbieters derzeit mangels attraktiver Preisalternativen keinen Sinn mache.

Datamonitor-Analystin Anna Marie Davis beziffert die freiwerdenden Liefervolumen auf über eine Billion Euro.