Kasse gemacht

Studie: Strompreise seit 2000 um 50 Prozent gestiegen

Mit den Strompreisen sind auch die Profite der Energieversorger in Deutschland gestiegen. Seit 2002 konnten die vier Großen der Branche - E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall - ihre jährlichen Gewinne vor Steuern um insgesamt zwölf Milliarden Euro erhöhen, ergab eine aktuelle Studie.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Die Welt" berichtete zwischen den Feiertagen von einer im Auftrag der Grünen-Bundesstagsfraktion erhobenen Studie, die die Gewinner der größten deutschen Versorger genauer unter die Lupe nimmt. "Da wurde auf Kosten der Verbraucher richtig Kasse gemacht", kommentierte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn.

So nehmen die großen Energieversorger, aber auch die kommunalen Stadtwerke derzeit jährlich allein 20 bis 22 Milliarden Euro Netznutzungsentgelte ein, aber nur 3 Milliarden Euro würden in den Ausbau der Netze investiert, kritisierte Höhn. Ein erster Schritt zu mehr Transparenz wäre es, nicht nur das Gesamtergebnis eines Konzerns, sondern die Gewinne in den einzelnen Sparten auszuweisen.

Seit 2000 wurde Elektrizität für Industrie und Gewerbe zwischen 58 und 77 Prozent teurer. Die Preise für Haushaltsstrom stiegen zwischen 2000 und 2006 um 50 Prozent an, heißt es in der Studie. Richtig sei aber auch, dass die Haushaltsstrompreise heute noch unter dem Niveau von 1998 liegen würden, wenn sich Steuern und staatliche Abgaben auf den Strompreis inzwischen nicht auf über 40 Prozent mehr als verdoppelt hätten, wie der Autor der Studie, Uwe Leprich von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, sagte.