664 Millionen Euro

Studie: Stromkunden haben zu hohe Netzentgelte gezahlt

664 Millionen Euro ungerechtfertigte Preiserhöhungen bei den vier Stromnetzbetreibern RWE, Vattenfall, E.ON und EnBW von 2001 bis heute, dies ist das Ergebnis eines Gutachtens im Auftrag des bne Bundesverband Neuer Energieanbieter und des VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Stromkunden haben einer Studie zufolge seit 2001 mehr als eine halbe Milliarde Euro zu viel an Netzentgelten bezahlt. Einem Gutachten zufolge seien die Netznutzungsentgelte der vier großen Übertragungsnetzbetreiber RWE, Vattenfall, E.ON und EnBW in den zurückliegenden fünf Jahren ungerechtfertigt um 37 Prozent gestiegen, erklärten der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) und der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), die die Studie in Auftrag gegeben hatten, am Dienstag in Berlin mit.

Die Netznutzungsentgelte müssen Stromanbieter, die über kein eigenes Übertragungsnetz verfügen, an die Netzbetreiber zahlen. Die Kosten werden anschließend an den Endverbraucher weitergegeben. Die deutschen Übertragungsnetzentgelte lägen zudem um mehr als 100 Prozent über dem Niveau anderer europäischer Netze, heißt es in der Studie. Haushalte und Industrie seien daher doppelt betroffen. Neben den hohen Strompreisen seien die hohen Netznutzungsentgelte auch für einen unzureichenden Wettbewerb verantwortlich.

Die beiden Verbände forderten die Bundesnetzagentur, die für die Kontrolle der Netzentgelte verantwortlich ist, zu einer besonders gründlichen Untersuchung auf mögliche Grauzonen bei der Preisgestaltung auf. Die Begründung der Stromnetzbetreiber, dass der verstärkte Einsatz von Windenergie zu den höheren Kosten führt, habe das Gutachten nicht bestätigt.

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