Hoher Kostendruck

Studie: Stromausfälle werden in Zukunft häufiger

Steigender Strombedarf, überalterte Kraftwerke und Netze sowie sich häufende Klimaextreme werden künftig dazu führen, dass es in nächster Zeit mehr Stromausfälle gibt. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie des Allianz-Konzerns. Die Unternehmen müssten daher Gegenmaßnahmen ergreifen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

München (ddp.djn/sm) - Großflächige Stromausfälle wie im Münsterland Ende vergangenen Jahres könnte es künftig einer Studie zufolge häufiger geben. "Wir müssen damit rechnen, dass Stromausfälle in den nächsten Jahren weltweit häufiger werden, länger andauern und sich regional weiter ausdehnen", sagte Lutz Cleemann vom Zentrum für Technik des Allianz-Konzerns (ATZ) unter Berufung auf eine entsprechende Studie.

Dafür verantwortlich sei unter anderem der steigende Strombedarf, der die überalterten Kraftwerke und Netze belaste, sagte Cleemann. Die Deregulierung erhöhe zudem den Kostendruck auf die Versorger und wirke sich auf die Wartung aus. Hinzu kämen Klimaextreme wie starke Niederschläge, Trockenheiten, Stürme und Überschwemmungen in nie gekanntem Ausmaß.

Nur durch entsprechende Gegenmaßnahmen könne die Stromversorgung auf dem heutigen Niveau gehalten werden, so das Fazit der Experten. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen für die Deregulierung prüfen sowie einen strategisch auf Sicherheit ausgerichteten Energiemix fördern. Handeln müssten auch die Stromversorger. Bis zum Jahr 2030 bestehe ein Investitionsbedarf in Kraftwerke und Netze in Deutschland von etwa 80 Milliarden Euro.