Eigeninteressen

Studie: Steinkohle-Ausstieg 2018 belastet Arbeitsmarkt und Fiskus

Eine Studie im Auftrag des Gesamtverbands Steinkohle zeigt auf, dass das geplante Ausstiegsszenario "bei trendgemäßer Entwicklung" zu einem Verlust von gut 40.000 Arbeitsplätzen in NRW führe. Zudem ergäben sich milliardenschwere Mehrbelastungen für die öffentliche Hand.

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Essen (red) - Der Steinkohlebergbau sicherte 2006 durch die direkten, indirekten und induzierten Beschäftigungseffekte knapp 54.000 Arbeitsplätze allein in Nordrhein-Westfalen. Das ist das Ergebnis der Prognos-Studie "Regionalökonomische Auswirkungen des Steinkohlenbergbaus in Nordrhein-Westfalen".

Prognos hat im Auftrag des Gesamtverbandes Steinkohle (GVSt) die regionalwirtschaftliche Bedeutung des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet sowie regionale, fiskalische und weitere sozioökonomischen Folgen verschiedener kohlepolitischer Zukunftsszenarien einschließlich des inzwischen politisch beschlossenen Ausstiegs in 2018 auf empirisch-wissenschaftlicher Grundlage analysiert. Energiepolitische Aspekte oder eine Revision 2012 waren nicht Gegenstand der Studie. An jedem Arbeitsplatz im Steinkohlenbergbau hängen demnach weitere 1,3 Arbeitsplätze im wirtschaftlichen Umfeld, im Ruhrrevier ist es ungefähr ein weiterer bergbauabhängiger Arbeitsplatz.

Das Auslaufszenario 2018 führe demnach bei trendgemäßer Entwicklung zu einem Verlust von gut 40.000 Arbeitsplätzen in NRW, sofern der Strukturwandel nicht in Richtung auf zusätzliche neue Arbeitsplätze enorm beschleunigt werden kann. Besonders betroffen wäre die Bergbauzulieferindustrie am Standort Deutschland. Hinzu kämen weitere regionale und soziale Problemstellungen. Gleichzeitig ergäben sich daraus auch fiskalische Folgekosten für die öffentliche Hand (Mehrausgaben für Arbeitslosigkeit, Mindereinnahmen bei Steuern und Sozialabgaben), die in der Summe bis 2018 um bis zu 3,5 Milliarden Euro höher wären als die planmäßig eingesparten Absatzhilfen für die Steinkohle. Diese könnten per saldo nicht in alternative Verwendungen "umgewidmet" werden.

Die vorliegende Prognos-Studie bezieht sich ausschließlich auf den Ruhrbergbau, der Saarbergbau und das Bergwerk Ibbenbüren sind hier quantitativ nicht berücksichtigt, da Prognos so an eine frühere Studie zum Ruhrbergbau habe anknüpfen können. Basisjahr der neuen Untersuchungen ist 2006. Die Studie wurde im Herbst 2007 abgeschlossen. Der Volltext der Studie ist auf der Internetseite des GVSt veröffentlicht.