Analyse

Studie: Solarstrom aus Afrika für Haushalte in Europa

Nach einer Studie der Baseler Bank Sarasin wird es in den nächsten zehn bis 15 Jahren kaum mehr einen Preisunterschied geben zwischen Energie aus Sonne und konventionellen Quellen. Zudem gewinne das nördliche Afrika für die Stromproduktion immer größere Bedeutung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Basel/Wien (red) - Nach einem Bericht der österreichischen Tageszeitung "Der Standard", der die Studie vorliegt, ist Solarstrom trotz der Preisschübe bei Öl, Gas und Kohle noch immer teurer. Aufgrund des Preisverfalls bei Photovoltaikanlagen und des weiterhin hohen Preisniveaus fossiler Energiträger könnte nach Ansicht der Analysten die Wettbewerbsfähigkeit 2013 erreicht sein.

Dies gelte besonders für die sonnenreichen Mittelmeerregionen. Im gemäßigten Mitteleuropa wird der so genannte "Break even" für 2020 erwartet. Sollten die Öl- und Gaspreise wieder sinken, würde sich der Termin weiter hinauszögern.

Bedeutung gewinnen der Studie zufolge auch Pläne, mit solarthermischen Kraftwerken in der Sahara die Stromversorgung Südeuropas zu unterstützen. Die elektrische Energie könnte über eine Hochspannungs-Gleichstromleitung unter dem Meer nach Europa gebracht werden. Der beim Transport auftretende Verlust sei dabei mit fünf Prozent je 1.000 km vergleichsweise niedrig. Dies sei in zehn bis 15 Jahren vorstellbar, so Studienautor Matthias Fawer gegenüber dem Standard.

Solarthermische Großkraftwerke seien momentan "die einzige Solartechnologie, die fossil und nuklear betriebene Kraftwerke von ihrer Leistungsklasse her ersetzen könnten", zitiert das Blatt die Studie. Derzeit seien sieben Anlagen in Bau - sechs in Südspanien, eines in den USA. Die Bank Sarasin hält es für möglich, dass bis 2010 Großkraftwerke auf Sonnenbasis mit einer Gesamtleistung von 2,1 Gigawatt realisiert werden können, was der Leistung von vier Kohlekraftwerken entspräche.

Trotz Versorgungsengpässen des für die Kollektorproduktion notwendigen Rohstoffs Silizium hat die weltweit neu installierte Fotovoltaikleistung 2005 um 55 Prozent zugenommen. Dabei lag Deutschland mit rund 700 Megawatt und einer Wachstumsrate von 93 Prozent bereits zum zweiten Mal vor Japan, das insgesamt größtes Produktionsland von Solarzellen bleibt.

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