Im Vergleich zu Emmissions-Zertifikaten

Studie: Schein-Aus an Geräten unwirtschaftlich

Nach einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln überwiegen mit der voraussichtlich ab 2008 geltenden Stromverbrauchs-Regelung in der Europäischen Union die wirtschaftlichen Kosten gegenüber dem ökologischen Nutzen. Der Erwerb von entsprechenden CO2-Zertifikaten wäre für Unternehmen günstiger.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (red) - Mit der EU-Vorschrift soll der Stromverbrauch von Elektrogeräten im Standby-Betrieb wie auch im ausgeschalteten, aber nicht vom Netz getrennten Zustand - dem so genannten Schein-Aus - vermindert werden. Nach Berechnungen des Instituts ließe sich bei Computer-Flachbildschirmen der Energieverbrauch in Deutschland über die gesamte fünfjährige Lebensdauer der 2008er Monitorgeneration um 1,3 Gigawattstunden reduzieren, wenn die voraussichtlich geforderten Stromverbrauchsgrenzen eingehalten würden.

Verbunden wäre das mit einer Verringerung der Kohlendioxid-(CO2-)Emissionen von insgesamt 670 Tonnen. Für jede Tonne vermiedenes Treibhausgas im Standby-Betrieb müssen die Monitor-Hersteller aber 318 Euro an zusätzlichen Kosten für den Einbau teurerer Komponenten schultern. Im Fall des Schein-Aus-Zustands wäre sogar ein Aufwand von 1.234 Euro für die Vermeidung einer Tonne CO2 nötig - das ist mehr als das 70-fache dessen, was heute für ein CO2-Emissionsrecht zu zahlen ist.

Die Studie von Hendrik Biebeler und Mahammad Mahammadzadeh (Gesetzesfolgenabschätzung und Integrierte Produktpolitik - Ökonomische und ökologische Auswirkungen der EU-Durchführungsmaßnahme zum Standby-Energieverbrauch, IW-Analysen Nr. 17, Köln 2006) kann beim Deutschen Institutsverlag für 19,80 Euro bestellt werden.

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