Günstiger als Kohle- und Stomstrom

Studie: Hessens Strombedarf bis 2025 komplett regenerativ?

Hessen könnte bis zum Jahr 2025 seinen kompletten Strombedarf aus erneuerbaren Energien erzeugen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Eurosolar. Allein die Windkraft könne rund 35 Prozent des hessischen Stromverbrauchs decken. Auf das AKW Biblis könnte dann verzichtet werden.

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Bonn/Wiesbaden (red) - Neben Windkraft könnten 2025 auch Biogasanlagen mit 28 Prozent sowie Solaranlagen mit 22 Prozent zum umweltfreundlichen Strommix beitragen. Zehn Prozent könnten aus Geothermieanlagen und weitere fünf Prozent aus Wasserkraft gewonnen werden, so Eurosolar. Derzeit wird der hessische Strommix von Atom- und Kohlekraft dominiert. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass sich der Stromverbrauch durch Effizienzsteigerung von heute 35 auf dann 28 Milliarden Kilowattstunden verringern wird.

Die Studie zeigt weiter, dass durch den beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien auf das umstrittene AKW Biblis sowie auf den Neubau des geplanten Kohlekraftwerkes bei Hanau verzichtet werden kann. Dazu wäre bis 2013 ein Anteil von erneuerbaren Energien von 65 Prozent erforderlich. Das letzte Drittel - von 65 auf 100 Prozent – sei etwas langsamer realisierbar, weil dafür notwendige neue Stromspeicherkapazitäten etabliert werden müssen.

Der in Hessen produzierte Strom aus erneuerbaren Energien wird der Studie zufolge etwa neun Cent pro Kilowattstunde kosten. Damit wäre er günstiger als Atom- oder Kohlestrom, insbesondere wenn die Stromproduktion dezentral erfolgt und damit keine Kosten mehr für die Übertragungsnetze mehr anfallen.

Der Gesamtinvestitionsaufwand für den vollständigen Wechsel zu Strom aus erneuerbaren Energien im hessischen Produktionsstandort liegt laut Eurosolar über die Jahre verteilt bei etwa 22 Milliarden Euro. Im Jahr 2007 lag das Investitionsvolumen in Erneuerbare in Deutschland bei etwa 14,4 Milliarden Euro. Der Verband weist darauf hin, dass sich die Studie auf den aktuellen Stand der Technik basiert. Durch weitere Entwicklungen wäre eine Versorgung mit erneuerbaren Energien demnach noch leichter und kostengünstiger realisierbar, als in der Studie angenommen.