Energieversorgung 2020

Studie: Erneuerbare können Atomkraft nicht vollständig ersetzen

Der geplante ambitionierte Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland ist machbar. Trotzdem sei angesichts des Atomausstiegs mit einer Versorgungslücke zu rechnen, so das Ergebnis einer Studie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der HypoVereinsbank.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Die Studie "Power für Deutschland – Energieversorgung im 21. Jahrhundert" gehe davon aus, dass die deutschen Kernkraftwerke nach dem beschlossen Fahrplan abgeschaltet werden und der massive Ausbau erneuerbarer Energien - wie in Meseburg beschlossen - umgesetzt wird. Gleichzeitig wird von einem jährlich steigenden Strombedarf von 0,5 Prozent ausgegangen, dabei seien bei einem jährlichen Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent schon deutliche Effekte aus Energieeffizienzmaßnahmen berücksichtigt, so Michael Bräuninger vom HWWI.

Ausgehend von diesen Annahmen würde die Versorgungslücke bis 2020 auf gut 16 Prozent anwachsen, so die Studie. Der Ausbau alternativer Energien reiche nicht aus, um die Kernkraft vollständig zu ersetzen, sagte Stefan Schmittmann, Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank.

Derzeit liege der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bei rund zehn Prozent. Windkraft hat 2006 die Wasserkraft überholt und ist zur wichtigsten regenerativen Energiequelle in Deutschland geworden. Bis 2020 seien im Bereich erneuerbare Energien Investitionen von rund 87 Milliarden Euro zu erwarten, in der Branche werden dann gut 466.000 Menschen tätig sein, so das Ergebnis der Studie weiter.