Besser effektive Regulierung

Studie: Entflechtung führt nicht zu mehr Wettbewerb

Die von der EU-Kommission angestrebte eigentumsrechtliche Entflechtung von Energieerzeugung und Netzen wird nicht zu mehr Wettbewerb oder niedrigeren Preisen auf den europäischen Energiemärkten führen. Dies zeige eine Studie der Managementberatung A.T. Kearney.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Berlin (red) - Der europäische Vergleich zeige vielmehr, dass Strompreise und Netztarife in den Länder ohne Ownership Unbundling weniger stark steigen und die Netzverlässlichkeit höher ist. Dabei weise Deutschland die niedrigsten jährlichen Ausfallzeiten pro Haushalt auf.

Auch auf die Höhe der Netzentgelte seien keinerlei Auswirkungen durch Ownership Unbundling zu erkennen. Aus der Studie gehe hervor, dass die Länder, die schon seit längerer Zeit auf eine Regulierung setzen, die niedrigsten Netznutzungsentgelte aufweisen. In Deutschland lagen diese 2006 mit 7,1 Euro pro Megawattstunde in etwa im europäischen Durchschnitt (7,0). Länder mit Ownership Unbundling wie Dänemark (10,3 Euro/MWh), Italien (10,1) und Großbritannien (8,4) weisen dagegen überdurchschnittlich hohe Netztarife auf.

Um den Wettbewerb zu beleben, schlägt die Unternehmensberatung eine effektive und einheitliche Regulierung in allen europäischen Märkten mit einer konsequenten Umsetzung von Legal Unbundling auf der Übertragungs- und Verteilnetzebene. In vielen europäischen Ländern werde zudem der bestehende rechtliche Rahmen jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft. Aktiengesellschaften mit unabhängigen Vertretern im Aufsichtsrat und die Zuordnung aller Netzaktivitäten in die Netzgesellschaft könnten hier eine größere Unabhängigkeit schaffen.

Gemeinsam mit rechtlich bindenden Vorgaben für die EU-Länder zum Ausbau der Grenzübergangskapazitäten werde das zu mehr Wettbewerb in Europas Strommärkten führen.