Umwälzungen

Studie: Energieversorgungssektor steht vor enormer Herausforderung

Die aktuelle PwC-Studie "The Big Leap - Utilities Global Survey 2006" prognostiziert fast "revolutionäre" Veränderungen im europäischen Energiebereich. Das erwarten zumindest 72 Prozent der von PricewaterhouseCoopers befragten Topmanager aus europäischen Energieversorgungsunternehmen.

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Frankfurt (red) - Der Energieversorgungsbranche stehen weltweit gewaltige Umwälzungen bevor. In den führenden Versorgungsunternehmen rechnet das Management mit schon fast "revolutionären" Veränderungen. Besonders stark ausgeprägt ist diese Erwartung in Europa. So haben 72 Prozent der von PricewaterhouseCoopers (PwC) für die achte Auflage des "Utilities Global Survey" befragten Topmanager aus europäischen Energieversorgungsunternehmen diesen Eindruck angesichts der widersprüchlichen Anforderungen, mit denen sie sich konfrontiert sehen: Ungleichgewicht bei Angebot und Nachfrage, sensible Infrastruktur und Sorgen um die Umwelt.

Die Branche sei allerdings bereit für einen großen Sprung nach vorn, heißt es weiter. Nach Ansicht von zwei Dritteln der von PwC befragten 116 Topmanager aus 98 Unternehmen in 43 Staaten müssen in den kommenden zehn Jahren gleich mehrere Probleme gleichzeitig angepackt werden: Umweltschäden müssten reduziert, innovative Technologien entwickelt und neue Brennstoffquellen gefunden werden. Auch am Kundenservice müsse gefeilt werden. Die "Utilities Global Survey 2006" von PwC zeigt zudem, dass die Versorgungssicherheit wie auch in den beiden Jahren zuvor das größte Sorgenkind der Branche ist.

Hinzu kommen Unsicherheiten bei den Rahmenbedingungen und der Regulierung, die Investitionen behindern könnten. "Die Befragung zeigt einmal mehr, dass die notwendigen Fortschritte - ob in der Infrastruktur, bei Technologie, Umwelt oder Investitionen - nur gemacht werden können, wenn die Branche den Schulterschluss mit den Gesetzgebern und den Investoren sucht", erläutert Manfred Wiegand, Global Utilities Leader bei PwC. Er ist davon überzeugt, dass die Strom- und Gasindustrie der Zukunft völlig anders aussehen wird als heute. "Es wird zwar weniger, dafür aber größere superregionale Erzeuger und Distributeure geben. Upstream-und Downstreamgeschäft werden enger zusammenrücken und Infrastrukturanlagen werden immer häufiger in den Besitz von privaten Investmentfonds wechseln", lautet seine Prognose.