Wenig überzeugend

Studie: Energieversorger vernachlässigen Privatkunden

Die meisten mitteldeutschen Energieversorger vernachlässigen laut einer Untersuchung des Beraternetzwerks RKW Expert den Privatkundensektor. Nur wenige Unternehmen informierten und berieten so überzeugend, dass der Wille zur Neukundengewinnung deutlich werde, sagte Johann Varga von der RKW Sachsen GmbH.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Chemnitz (ddp-lsc/red) - In einem liberalisierten Strommarkt müssten sich die Firmen besser auf den mündigen Privatkunden einstellen, forderte Varga. Aufgrund gestiegener Strompreise sei das bislang in Deutschland wenig ausgeprägte Wechselverhalten in den vergangenen beiden Jahren auf bis zu zehn Prozent der Kunden gestiegen.

Im Rahmen der Studie "VEB Energiewirtschaft - Privatkunden unerwünscht?" seien 74 Stromanbieter unterschiedlicher Größe und Versorgungsgebiete untersucht worden, sagte Heike Claus von der tradu4you GmbH Chemnitz, die im Auftrag von RKW Expert die Studie durchführte. Gestestet wurden Internetauftritt, E-Mail-Kommunikation und Telefonverhalten aus der Sicht von Wohnungsmietern, Eigenheim- und Mehrfamilienhausbesitzern. Maßgeschneiderte Tarifangebote und Begründungen, warum sich ein Wechsel zum jeweiligen Anbieter lohne, seien die Ausnahme gewesen.

Von 200 möglichen Punkten habe der beste Anbieter 162 Punkte (81 Prozent) beziehungsweise das Prädikat "gut" erreicht. Etwa ein Dutzend kamen auf 70 Prozent ("ausreichend"), der Großteil wurde mit "ungenügend" oder "mangelhaft" bewertet.

Die größten Defizite gab es laut Claus bei den Kontakten per E-Mail. Anfragen seien zu 22 Prozent erst nach zwei Tagen, 28 Prozent gar nicht beantwortet worden. Bei den Internetseiten wurde vor allem eine Überfrachtung mit unnötigen oder unverständlichen Informationen bemängelt. Reine Internet-Stromanbieter warteten in der Regel mit guten Webseiten auf, dafür sei deren telefonische Kommunikation schlecht.