Herausforderung

Studie: Energiehandel wird zum strategischen Werttreiber für Energiekonzerne

Eine Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers hat die Potenziale des Energiehandels untersucht und dabei festgestellt, dass der Aufbau von Vertrauen eine entscheidende Voraussetzung ist. Zudem ist eine vollständige Integration des Handelsbereiches notwendig und die Kompetenzen aus Energie- und Finanzsektor müssten verknüpft werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Energieunternehmen müssen sich jetzt den Herausforderungen stellen, wenn sie in einem Markt nachhaltig erfolgreich sein wollen, der nach dem Zusammenbruch von Enron unberechenbarer geworden ist. Mit einem geschätzten weltweiten Marktvolumen von etwa 700 Milliarden US-Dollar wird der Energiehandel in der aktuellen Phase des Wandels und der Unsicherheit zu einem strategischen Werttreiber für die Energiekonzerne. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Anpassung an den Markt sind die vollständige Integration des Energiehandels in eine unternehmensweite Risiko-Strategie, begleitet von stringenten Corporate Governance-Prozessen, einem effektiven Risiko-Management und einem internen Kontrollsystem. Diese Schlüsse zieht die aktuelle Studie "Energy trading - Re-establishing sound foundations" der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers, die im November 2002 die Entwicklungen der Energiehandelsmärkte untersuchte.

"Wenn die Unternehmen der Energiebranche im aktuellen Umfeld erfolgreich sein wollen, müssen sie auf der Basis einer top-down-definierten Risiko-Strategie energie- und finanzwirtschaftliche Kompetenzen und Fachwissen kombinieren, um über den Energiehandel auch ihr Kerngeschäft zu optimieren", erläutert Manfred Wiegand, Leiter des Bereiches Energieversorgung von PwC weltweit.

Oft unterschätzt: Potenziale des Energiehandels

Der Markt für den Energiehandel leidet derzeit unter mangelndem Vertrauen bei Kreditgebern und Investoren, was die Kreditwürdigkeit des gesamten Industriezweiges beeinträchtigt und die Bonitäts-Ratings einiger Marktteilnehmer ins Bodenlose fallen ließ. Deshalb, so PwC, besteht die Gefahr, dass Unternehmen den Wert des Energiehandels unterschätzen und sein Potenzial zur Steigerung des Unternehmenswertes für Investoren, Aktionäre, Mitarbeiter und andere am Unternehmen interessierte Gruppen (Stakeholder) nicht realisieren. Der erste Schritt: Aufbau von Vertrauen. Energiekonzerne sollten im Rahmen eines Value Reporting-Konzeptes sowohl Strategie- und Risiko-Management als auch die Performance ihres Handelsbereiches deutlich kommunizieren.

Mehrwert durch integrierte Handelsbereiche

Ein Kernpunkt der Unternehmensstrategie sollte darin bestehen, den Energiehandel vollständig in das Gesamtunternehmen und die Optimierung seiner Strategie einzubinden, so die PwC-Studie. Denn ein innerhalb eines Energieversorgers isoliert betriebener Handelsbereich, wird einerseits seine Potenziale nicht realisieren können und andererseits wird ein selbstständiges Handelsunternehmen ohne eine hinreichende Ausstattung mit Risikokapital auf die Dauer nicht tragfähig sein.

Energie- und Finanzbranche verbinden

Der Energiehandel entwickelt sich derzeit vom reinen Geschäft mit physischer Lieferung von Energie oder Energieträgern hin zum Handel mit teilweise komplexen Produkten, die ursprünglich aus dem Finanz- und Bankensektor stammen. Deshalb ist es eine entscheidende Herausforderung, die spezifischen Erfahrungen aus der Energiebranche mit neuen Fähigkeiten im Finanzhandel zu verschmelzen. Größere Unternehmen wählen dazu oft interne Lösungen. Aber auch Partnerschaften beispielsweise mit Finanzorganisationen und Banken, anderen Rohstoffhändlern oder Akquisitionen sind ein gangbarer Weg.

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