Greenpeace

Studie: EEG-Umlage liegt unter den Kosten für Kohle- und Atomstrom

Die EEG-Umlage soll 2017 erneut steigen. Greenpeace zufolge zahlen Verbraucher aber sehr viel mehr für die Förderung der Kohle- und Atomindustrie - nur sind diese Kosten auf der Stromrechnung nicht sichtbar.

KlimaschutzEine Umlage für konventionelle Energien läge laut Studie deutlich über der EEG-Umlage.© chuck / Fotolia.com

Hamburg – In Deutschland zahlen Verbraucher aufgrund des Umstiegs auf erneubare Energien die EEG-Umlage. Greenpeace-Energie hat dieses Szenario einmal "umgekehrt" und anhand einer Studie ausrechnen lassen, wie viel Geld 2017 noch in konventionelle Energieträger gesteckt wird. Das Ergebnis: Gäbe es für 2017 eine "Konventionelle-Energien-Umlage", müssten Stromkunden bis zu 10,8 Cent pro Kilowattstunde zahlen, wenn die versteckten Kosten für Kohle, Atom und Gas in den Strompreis eingerechnet würden.

Die genaue Höhe der EEG-Umlage für 2017 wird am 14. Oktober offiziell bekannt gegeben und dürfte jüngsten Schätzungen zufolge knapp unter sieben Cent liegen.

Studie: Kohle- und Atomstrom werden stärker subventioniert

Laut der von der Organisation in Auftrag gegebenen Kurzanalyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) summieren sich staatliche Fördergelder und gesellschaftliche Folgekosten für konventionelle Energieträger wie Kohle und Atom im kommenden Jahr voraussichtlich auf bis zu 38 Milliarden Euro. Diese Mehrkosten konventioneller Energiequellen lägen damit etwa anderthalb mal so hoch wie die Förderung für erneuerbare Energien, die auf der Stromrechnung als EEG-Umlage transparent ausgewiesen wird.

"Obwohl der Anteil von Kohle und Atom im bundesdeutschen Strom-Mix schrumpft, sind die Kosten für diese Energiequellen noch immer deutlich höher als die für den Ökostrom-Ausbau", sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy.

Finanzhilfen und Vergünstigungen für Atom- und Kohleindustrie

So profitieren Greenpeace zufolge Kohle- und Atomindustrie beispielsweise von staatlichen Finanzhilfen, Förderungen und Steuervergünstigungen, die aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Weil etwa die Kernbrennstoffsteuer Ende 2016 auslaufe, erhielten die Betreiber von Atomkraftwerken im kommenden Jahr allein dadurch eine Steuervergünstigung in Höhe von rund einer Milliarde Euro. Außerdem müssten die Energiekonzerne für einen Großteil der externen Kosten der konventionellen Stromerzeugung und deren Folgen nicht aufkommen. Dazu gehörten finanzielle Belastungen durch den Klimawandel sowie durch Umwelt- oder Gesundheitsschäden. Diese Kosten übernähmen Stromproduzenten nur teilweise - über Energiesteuern oder durch Verpflichtungen im Rahmen des Emissionshandels. Der größte Teil dieser Folgekosten würde auf die Allgemeinheit abgewälzt.

Kosten sind für Stromkunden nicht sichtbar

Für Stromkunden bleiben diese Belastungen intransparent, weil die Kosten - anders als die EEG-Umlage - nicht im Strompreis enthalten sind, so die Umweltschutzorganisation. "Selbst unter Annahme eines erheblichen Anstiegs stellt die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien eine deutlich geringere Belastung dar als die versteckten Kosten für Kohle und Atom", so das Fazit von Studienleiterin Swantje Fiedler vom FÖS.