Simulation

Studie: Deutschland nicht für Atomunfall gewappnet

Einer aktuellen, aber noch unveröffentlichten Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zufolge ist Deutschland für eine Atomkatastrophe von den Ausmaßen Fukushimas nicht gerüstet. Wie der Spiegel berichtet, wäre der Katastrophenschutz überfordert und die möglichen Folgen würden nicht in aktuellen Notfallplänen berücksichtigt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Den Informationen des Spiegel zufolge würden größere Flächen als bisher angenommen verstrahlt und ganze Städte müssten evakuiert werden, wofür es aber nicht genügend Notfallmaßnahmen gebe.

Fukushima simuliert: Atomunfall in Philippsburg

In mehreren Simulationen soll das BfS getestet haben, wie ein Atomunfall ähnlich dem in Fukushima ablaufen würde, wenn er im AKW Philippsburg 2 und dem stillgelegten AKW Unterweser passieren würde. Statt über einige Stunden oder Tage hinweg könnte ebenso wie in Japan wochenlang Strahlung austreten. Durch die Kombination mit Wetterdaten aus dem Jahr 2010 zeigte sich, dass unvorhergesehene Wechsel der Windrichtung dazu führen würden, dass Notfallmaßnahmen schnell an ihre Grenzen stoßen würden. Noch in 100 Kilometern Entfernung zum AKW Philippsburg dürften etwa Menschen ihre Häuser nicht verlassen.

Eingreifrichtwerte zu niedrig angesetzt

Die Studie, so der Spiegel, verdeutliche auch das Problem, dass in Deutschland der Staat erst bei weit höheren Richtwerten als in Japan eingreifen muss. Die Ergebnisse würden im Moment noch geprüft und sollen später veröffentlicht werden, so das Bundesumweltministerium.