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Studie des Öko-Instituts zeigt CO2-Bilanz von Strom auf

Wie sieht die Klimabilanz von Atomstrom aus, wenn der gesamte Lebensweg inklusive Uranbergbau, Brennelement-Herstellung und Bau des Kraftwerks einbezogen wird? Auf diese Frage gibt eine Kurzstudie des Öko-Instituts Antworten, die jetzt in einer deutschen Fassung vorliegt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Freiburg (red) - Eines der Ergebnisse der Studie: Atomkraftwerke verursachen zwar weniger Treibhausgase als Braunkohle- oder Importsteinkohle-Kraftwerke. Atomenergie kann jedoch nach Auffassung des Öko-Instituts keinen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten, da sie andere Risiken aufweist, die Rohstoffbasis zu gering, sie zu teuer und zu langsam ist sowie international nicht verträglich.

Demgegenüber verursacht Strom aus erneuerbaren Energien - und hier insbesondere Biomasse in Kraft-Wärme-Kopplung - deutlich weniger Treibhausgase als Atomstrom. Zum Klimaschutz müssen laut Öko-Institut, neben der vorrangigen Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung, daher vor allem die erneuerbaren Energien beitragen. Einen Überblick über die Treibhausgas-Bilanz gibt die unten stehende Tabelle.

Selbst wenn Strom aus Braunkohle in vollem Umfang mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt würde und nur Uran aus Südafrika in deutschen AKW zum Einsatz käme, sind die Treibhausgas-Emissionen des Braunkohle-KWK-Stroms fast sechsmal höher als die von Atomstrom, berichtet das Öko-Institut weiter.

In den Daten sind die Treibhausgasemissionen aus der "Entsorgung" der abgebrannten Brennelemente noch nicht enthalten, da derzeit kein realistisches Entsorgungskonzept vorliegt und so keine belastbaren Daten zu Energieaufwand existieren. Nach zur Zeit in Arbeit befindlichen Abschätzungen einer oberen Grenze für die Konditionierung und einer untertägigen Verbringung abgebrannter Brennelemente zeigt sich jedoch, dass selbst bei extremen Annahmen sich die Treibhausgasbilanz des Atomstroms bestenfalls verdoppelt und damit immer noch sehr deutlich unter der von Braunkohle läge. Die Braunkohle ist somit keine klimafreundliche Alternative, ebenso wenig wie Steinkohle.

Zum Klimaschutz müssen der Studie zufolge, neben der vorrangigen Energieeffizienz und Kraft-Wärme-Kopplung, daher vor allem die erneuerbaren Energien beitragen. Bei fossilen Energien ergeben sich nur bei der Nutzung von Erdgas in Kraft-Wärme-Kopplung mit dezentralen Blockheizkraftwerken etwa vergleichbare strombezogene Treibhausgasemissionen wie bei Atomstrom.

Das Papier kann kostenlos unter der unten stehenden Adresse heruntergeladen werden.

Weiterführende Links
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  • Link zur Bilanztabelle