Preistreiber Strom und Gas

Studie: Ausgaben für Energie steigen auf Rekordniveau

Deutsche Haushalte haben einer Untersuchung zufolge in den vergangenen beiden Jahren knapp 60 Milliarden Euro für Energie bezahlt. Die Stromkosten machen fast die Hälfte der Ausgaben aus, auf Erdgas entfällt etwa ein Drittel. Heizöl spielt mit einem Anteil von 13 Prozent eine eher untergeordnete Rolle.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp.djn/sm) - Das geht aus einer am Dienstag in Bonn veröffentlichten Studie der Postbank hervor. Verantwortlich für den höheren Aufwand ist den Angaben zufolge vor allem der starke Preisanstieg bei Strom und Gas. Seit der Liberalisierung der Strom- und Erdgasmärkte in Deutschland vor zehn Jahren habe sich der Preis für Erdgas beinahe verdoppelt. Die Kilowattstunde Strom kostete 2007 fast 50 Prozent mehr als 1998, heißt es weiter. Die Hoffnung, dass die Marktöffnung zu mehr Wettbewerb und damit zu einer günstigeren Energieversorgung der Haushalte führen wird, habe sich nicht erfüllt.

Im laufenden Jahr werden die Energieausgaben der Studie zufolge erneut einen Rekordwert erreichen. Einige Strom- und Gasanbieter haben bereits zu Jahresbeginn ihre Preise kräftig angehoben. Im Februar 2008 kostete eine Kilowattstunde Strom im Durchschnitt gut vier Prozent mehr als Ende 2007, für Erdgas müssen Privatkunden rund 3,5 Prozent mehr aufbringen. Weitere Preiserhöhungen sind angekündigt. Setzt sich der Preisanstieg in den kommenden zehn Jahrenfort, müsste ein Privathaushalt im Jahr 2017 durchschnittlich 186 Euro pro Monat für Haushaltsenergie aufwenden gegenüber 124 Euro im Jahr 2007.