Laufzeitverlängerung

Studie: Atomkraft macht Strom nicht billiger

Längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke würden den Strom nicht billiger machen, wie aus einer aktuellen Studie des Öko-Institut im Auftrag des Bundesumweltministeriums hervorgeht. Einziger Gewinner einer Laufzeitverlängerung wären demnach die Stromkonzerne, so Umweltminister Gabriel.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Die Untersuchung zeigt: Eine Laufzeitverlängerung führt nicht zu sinkenden Strompreisen - im Gegenteil: Weil notwendige Investitionen in neue Kraftwerke unterbleiben, könnte der Strompreis sogar steigen", sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. "Bei einer Verlängerung der Laufzeiten auf 40 Jahre können die Energieversorger aber Zusatzgewinne in Höhe von 61 Milliarden Euro erwirtschaften. Laufzeitverlängerungen wäre nicht nur gefährlich. Sie würden außerdem ausschließlich den Konzernen nutzen – nicht aber den Stromverbrauchern."

Kein Zusammenhang zwischen Atomanteil und Preisen

Die Wissenschaftler des Öko-Instituts zeigen, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Anteil von Atomstrom und den Strompreisen für Industrie und Haushalte gibt. So ist im europäischen Vergleich etwa der Strom im atomfreundlichen Frankreich recht günstig, in Belgien bei ähnlichem Atomkraftanteil dagegen besonders teuer. Den billigsten Strom findet man – ebenso wie den teuersten – in Ländern, die auf Atomkraft ganz verzichten.

Günstigen Strom teuer verkaufen

Der Strompreis an der Strombörse wird durch das jeweils teuerste Kraftwerk bestimmt, das gerade produziert. "Das ist praktisch nie ein Kernkraftwerk", erklärt Autor der Studie, Felix Matthes vom Öko-Institut. Den so gebildeten Börsenpreis bekommen aber auch die Kernkraftwerke für den von ihnen produzierten Strom. "Das freut die Betreiber, denn sie können den in alten, abgeschriebenen Kernkraftwerken günstig produzierten Strom teuer verkaufen", so Matthes.

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