Versteckte Subventionen

Studie: Atomkraft kostet Steuerzahler 250 Milliarden Euro

Die Nutzung der Atomenergie in Deutschland kostet den Steuerzahler über 250 Milliarden Euro, da der Bund enorme Kosten für die Stilllegung alter Meiler oder den Betrieb von Atommülllagern übernehme, wie eine Studie im Auftrag von Greenpeace zeigt. Jede Kilowattstunde Strom aus Atomkraft koste den Bürger daher vier Cent extra.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - 165 Milliarden Euro seien von 1950 bis 2008 in Form von Forschungsförderung, als Kosten für den Betrieb der Atommüllendlager Asse II und Morsleben oder die Stilllegung der ostdeutschen Atommeiler ausgegeben worden, wie die Greenpeace-Studie zeige. Mindestens 92,5 Milliarden Euro kämen künftig an Ausgaben noch hinzu. Damit finanzieren die Steuerzahler jede Kilowattstunde Strom mit rund vier Cent zusätzlich zum Strompreis, so die Umweltschützer.

Eng gefasster Subventionsbegriff

In ihren Subventionsberichten hingegen führt die Bundesregierung lediglich Atomsubventionen von weniger als 200 Millionen Euro auf. Ursache für die enorme Differenz zwischen den von der Bundesregierung veröffentlichten und den tatsächlichen Fördergeldern sei der äußerst eng gefasste Subventionsbegriff, der unter anderem spezielle Steuervergünstigungen nicht berücksichtigt.

Greenpeace: Atomkonzerne kassieren gleich doppelt

"Mit dem Geld der Steuerzahler füllt die Bundesregierung die Bankkonten der Atomkonzerne", sagt Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace. "Atomkraft rechnet sich nur für die Stromkonzerne, die bei den Bundesbürgern gleich zwei Mal abkassieren - als Stromverbraucher und als Steuerzahler." Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, alle Subventionen für die Atomkraft offen zu legen und Fördermittel künftig nur noch für Erneuerbare Energien und effiziente Brennstoffnutzung auszugeben.

Das Deutsche Atomforum, der Lobbyverband der Atomkonzerne, hat die Studie als unhaltbar und unwissenschaftlich zurückgewiesen. Greenpeace lege den Begriff "Subvention" haarsträubend weit aus, um auf einen Gesamtbetrag von 258 Milliarden Euro zu kommen.