CO2-Ausstoß senken

Studie: Anstrengungen zum Klimaschutz reichen nicht aus

Deutschland muss seine Anstrengungen im Bereich des Klimaschutzes erhöhen, wie aus einer heute vorgestellten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) hervorgeht. Wegen seiner hohen Wirtschaftsleistung seien mehr Anstrengungen zur Senkung der CO2-Emissionen nötig.

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Frankfurt/Main (ddp/red) - Untersucht wurde, welche Fortschritte die G20-Staaten seit 2000 bei der Absenkung ihrer Treibhausgasemissionen gemacht haben und wie weit die Wegstrecke bis zu einem verträglichen Emissionsniveau noch ist. Während Deutschland beim bereits Erreichten besser abschneidet als die meisten anderen Staaten, liegt es bei den anstehenden Herausforderungen zurück.

CO2-Ausstoß je BIP um 90 Prozent senken

Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Erderwärmung von mehr als zwei Grad nur vermieden werden kann, wenn es gelingt, die Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre auf einem Niveau von 450 ppm (Teile pro Million) zu halten. "Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die jährlichen Treibhausgasemissionen bis 2050 halbiert werden - bei einer um voraussichtlich 50 Prozent größeren Weltbevölkerung und um 150 Prozent höheren Wirtschaftsleistung", erläuterte Moritz Nill, Emissionsexperte bei PWC.

Deutschland müsste wegen seiner hohen und auch langfristig wachsenden Wirtschaftsleistung die CO2-Emissionen, die je erwirtschaftetem Bruttoinlandsprodukt anfallen, bis 2050 um annähernd 90 Prozent senken. Im Deutschland entstanden 2008 gut zehn Tonnen CO2 je Einwohner, in China waren es lediglich 4,9 Tonnen.

Ein Fünftel des Emissionsbudgets schon verbraucht

Die Mehrzahl der G20-Staaten konnte nach Angaben von PWC seit dem Jahr 2000 die CO2-Emissionen relativ zur Wirtschaftsleistung senken. Absolut betrachtet hat sich die Welt in den vergangenen zehn Jahren jedoch weiter von einem nachhaltigen Emissionsniveau entfernt.

"Um die Kohlenstoffkonzentration in der Atmosphäre bis Ende des Jahrhunderts auf einem klimaverträglichen Wert zu stabilisieren, sind erheblich größere Anstrengungen notwendig als im vergangenen Jahrzehnt", sagte Alfred Höhn, Partner im Bereich Public Services bei PWC. Allein zwischen 2000 und 2008 habe die Weltbevölkerung bereits ein Fünftel des bis 2050 zur Verfügung stehenden Emissionsbudget verbraucht.