Europaweite Gefahr

Studie: Anschlag auf Biblis träfe sogar Paris oder Prag

Schon seit längerem gibt es Kritik an dem südhessischen Atomkraftwerk Biblis, welches nicht ausreichend gegen einen Flugzeugabsturz gesichert sei. Nun zeigt eine Studie des Öko-Institutes, dass die Folgen eines Terroranschlages größer wären, als bislang angenommen.

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Berlin (red) - Die Betonkuppel des ältesten deutschen Atomkraftwerkes Biblis A würde nicht einmal dem Absturz kleinerer Maschinen standhalten, wie eine aktuelle Studie des Öko-Institutes zeigt. Bei einem solchen Anschlag würde nicht nur Hessen radioaktiv verseucht, auch in einer Entfernung von 600 Kilometer müssten noch ganze Landstriche evakuiert werden. Damit wären auch große Metropolen wie Berlin, Prag oder Paris betroffen.

Biblis A sei "die größte anzunehmende Gefahrenstelle in Europa", zitiert Spiegel Online den SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer, der die Studie vorstellte. Laut der von Eurosolar in Auftrag gegebenen Studie müssten auf einer Fläche von bis zu 10.000 Quadratkilometern die Bevölkerung umgesiedelt werden.

Da Biblis nur weniger als eine Flugminute vom Frankfurter Flughafen entfernt sei, habe man im Falle einer Flugzeugentführung keine Zeit für jegliche Gegenmaßnahmen. Daher fordert Scheer, den Meiler nicht wieder anzufahren, so das Nachrichtenportal weiter.

Der Studie zufolge seien Brunsbüttel, Isar 1 und Philippsburg 1 ebenso wenig gegen einen Flugzeugabsturz gesichert. Neuere Kraftwerke wie Biblis B würden zumindest einem Militärjets standhalten können.

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  • Zum Spiegel-Artikel