Investitionen nötig

Studie: Angebotsperspektiven des Kohleweltmarkts unsicher

Das Energie-Institut des Joint Research Center (JRC) der EU-Kommission hat eine wissenschaftliche Studie "The Future of Coal" vorgelegt, die die künftigen globalen Angebotsbedingungen des Kohleangebotes bis 2030 abschätzen soll. Dabei sieht die Studie einige Probleme in der künftigen Kohleversorgung.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Die EU-JRC-Studie widerspricht dem weit verbreiteten Bild, dass Kohleimporte für Europa eine breit verfügbare und zuverlässige sowie preisstabile Energiequelle sind. Die dafür erforderliche Steigerung der Angebotsbasis setze nämlich künftig erheblich höhere Produktionskosten und Preise als heute voraus.

Steigende Weltmarktpreise für Kohle

Infolge der heutigen Gegebenheiten und aufgrund der steigenden internationalen Nachfrage erforderliche Ausweitung des globalen Kohleangebots werden die Produktionskosten künftig weltweit höher sein und die internationalen Kohlepreise sehr wahrscheinlich deutlich steigen.

Die gegenwärtige Angebotsbasis des Weltkohlemarktes erschöpfe sich kontinuierlich, da die wirtschaftlich gewinnbaren Kohlereserven relativ rasch abnehmen. Die statische Reichweite der Kohlereserven, gemessen an der "Reserves-to-Production-Ratio", sei bereits zwischen 2000 und 2005 um ein Drittel von 277 auf 155 Jahre gefallen. Das schnelle wirtschaftliche Wachstum in China und Indien könnte in Anbetracht der relativ schlechten Qualität von deren heimischen Kohlereserven die internationale Kohlenachfrage noch stärker nach oben treiben und das bestehende Angebot damit noch schneller ausbeuten, so das Ergebnis der Studie.

Investitionen im Kohlebergbau nötig

Eine rasche Erschöpfung der globalen Kohlereserven ist allerdings nur hypothetisch - darauf weist die Studie selbst hin - , weil neben den aus heutiger Sicht wirtschaftlich gewinnbaren und nachgewiesenen Reserven bedeutende Mengen an technisch gewinnbaren Reserven zur Verfügung stehen. Durch veränderte technische und ökonomische Rahmenbedingungen können auch diese Kohlereserven nutzbar werden.

Dazu müsse aber das Investitionsklima im Kohlenbergbau und den zugehörigen logistischen Bereichen erheblich verbessert werden. In den vergangenen Jahren seien aber Investitionen durch zu geringe Preise und Gewinnmargen sowie Fragmentierung der Industrie gehemmt worden. Sollten die Preise weiter niedrig bleiben, könne es beim Angebot trotz ausreichender Reserven zu Engpässen durch eine "psychologische Erschöpfung" kommen. Bemerkenswert ist laut JRC, dass die Kohleproduzenten kein Interesse am Ausweis von Zahlen zur statischen Reichweite hätten. Ihr Interesse sei derzeit ausschließlich kurzfristig orientiert.