Hohe Gewinne

Studie: AKW-Laufzeitverlängerung als Geldmaschine der Konzerne

Die deutschen Energiekonzerne könnten durch eine Laufzeitverlängerung für ihre Atomkraftwerke möglicherweise dreistellige Milliardengewinne erwirtschaften, besagt eine jetzt bekannt gewordene Studie einer deutschen Landesbank.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Einer nichtöffentlichen Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zufolge, die der "Berliner Zeitung" nach eigenen Angaben vorliegt, würden E.ON, RWE und EnBW Zusatzerlöse von über 200 Milliarden Euro erzielen, falls die Kraftwerke 25 Jahre länger laufen dürfen und die Strompreise steigen. Ein Wahlsieg von Union und FDP bei der Bundestagswahl im September, so die LBBW-Experten, würde die Aktienkurse der Energieriesen in die Höhe treiben, da die Börse die Zusatzgewinne noch nicht berücksichtige.

2001 vereinbarten Industrie und rot-grüne Regierung, bis etwa 2022 alle AKW stillzulegen. Sollte es nach der Bundestagswahl zu einer schwarz-gelben Koalition kommen, gilt laut Zeitung eine Laufzeitverlängerung für die 17 deutschen Meiler um mindestens acht Jahre als wahrscheinlich.

Insbesondere EnBW würde von längeren Laufzeiten profitieren. Bei Zusatzgewinnen von maximal 45 Milliarden Euro würde sich der Wert des Unternehmens mehr als verdoppeln, heißt es in der Studie. RWE würde bei optimistischster Annahme 61 Milliarden Euro kassieren, das Kurspotenzial läge bei 53 Prozent. E.ON dürfe mit maximal 95 Milliarden Euro rechnen, das Kursplus werde bei 45 Prozent angesetzt.

In einem konservativen Szenario gehen die Autoren der Studie laut Zeitung davon aus, dass die Laufzeiten um zehn Jahre verlängert werden und der Strompreis niedrig bleibt. In diesem Fall beliefen sich die Zusatzgewinne auf insgesamt 38 Milliarden Euro.