Standpunkt

Stromwirtschaft gegen Trennung von Netz und Erzeugung

Dem Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) müsste der gestrige Beschluss des Energieministerrates, der sich (noch) nicht auf eine eigentumsrechtliche Entflechtung von Stromnetz und Stromerzeugung einigen konnte, entgegenkommen. Denn die Stromanbieter-Vertretung sprach sich nun erneut dagegen aus.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die deutsche Stromwirtschaft hat sich erneut für eine rasche und europaweit einheitliche Umsetzung der geltenden EU-Vorgaben zum Energiebinnenmarkt ausgesprochen. Sie fordert eine entschlossene Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Strommärkte, erklärte der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in einer ersten Reaktion auf die Tagung des EU-Energieministerrates.

Der VDEW befürwortet eine zügige Realisierung des europäischen Energiebinnenmarktes, mahnt dabei aber ein besonnenes Vorgehen hinsichtlich weiterer Vorgaben zur Entflechtung der Netze an: "Eine eigentumsrechtliche Entflechtung ist überflüssig. Sie würde keines der Probleme lösen, die derzeit die Weiterentwicklung des Energiebinnenmarktes behindern", erklärte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller.

"Wir brauchen endlich eine stärkere europäische Integration der Märkte. Dies beinhaltet eine nahtlose Zusammenarbeit der Netzbetreiber und der Regulierungsbehörden. Eine eigentumsrechtliche Entflechtung der Netze würde weder zu mehr Wettbewerb noch zu höheren Investitionen führen", führte er aus.