Energiewende

Stromversorgung laut Analyse nicht in Gefahr

Die Stromversorgung ist durch die Energiewende und die Umstellung auf die Erneuerbaren nicht gefährdet, so Experten des DIW. Die Furcht vor einer Unterversorgung sei unbegründet. Dennoch könne man in Zeiten hoher Nachfrage eine strategische Reserve einrichten.

Atomstrom-Ende© i12 GmbH

Berlin (dpa/red) - Die Stromversorgung ist nach Ansicht von Experten in den nächsten zehn Jahren in keiner Region Deutschlands gefährdet. Noch gebe es bei der Stromerzeugung hohe Überkapazitäten, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Der Bedarf könne auch bei ungünstigen Szenarien wie wenig Wind gedeckt werden. Erst vom Jahr 2020 an, wenn die letzten Atomkraftwerke und alte Kohlemeiler vom Netz gehen, müssten verstärkt Gaskraftwerke eingesetzt werden, sagte die DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert in Berlin.

Stromversorgung definitiv gesichert

Wegen der schrittweisen Umstellung auf Strom aus Erneuerbaren wie Wind und Sonne wird darüber diskutiert, ob Deutschland schon bald zu wenig Grundlast für eine jederzeit stabile Versorgung haben könnte. "Unsere Modellrechnungen zeigen, dass das Stromsystem selbst bei pessimistischen Annahmen auch weiterhin sicher ist", sagte DIW-Forschungsdirektor Christian von Hirschhausen.

"Kapazitätsmarkt" unnötig

Das Institut hält es deshalb weder für notwendig noch für sinnvoll, einen in der Branche diskutierten "Kapazitätsmarkt" einzuführen. Dabei würden Kraftwerke nicht nur Einnahmen für den erzeugten Strom erhalten, sondern auch für die Bereitstellung einer Erzeugungsleistung, die bei Bedarf abgerufen werden kann. Ein solcher Markt würde nach DIW-Berechnungen die Verbraucherpreise nach oben treiben. Für die Betreiber konventioneller Kraftwerke ergäben sich Mitnahmeeffekte, also Gewinne aus dem Handel mit Zertifikaten, ohne dass tatsächlich Strom produziert werden müsste.

Reserve in Fällen hoher Nachfrage

Das DIW schlägt stattdessen eine strategische Reserve vor. Darunter versteht es eine zentral festgelegte Reservekapazität. Sie würde unter öffentlicher Aufsicht von den Stromnetzbetreibern ausgeschrieben. Die Reservekraftwerke sollen nur dann stundenweise zum Einsatz kommen, wenn Nachfrage und Preis besonders hoch sind.

Quelle: DPA