Stromnetze öffnen

Stromversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien ist möglich

Nach Meinung der Informationskampagne Erneuerbare Energien ist auch in Deutschland eine Versorgung mit 100 Prozent regenerativem Strom möglich. Als Voraussetzung dafür müssten die Stromnetze geöffnet und ausgebaut werden, um die Einspeisung von dezentral erzeugtem Strom zu vereinfachen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Anteil der Erneuerbaren Energien im deutschen Stromnetz steigt stetig. Er wird von aktuell rund 12 Prozent bis zum Jahr 2020 voraussichtlich auf deutlich über 30 Prozent steigen. Auch die Versorgung mit 100 Prozent regenerativ erzeugtem Strom ist im deutschen und europäischen Netz längerfristig möglich, meint die Informationskampagne für Erneuerbare Energien. Das zeige das Beispiel Dänemark, wo die zeitweise Vollversorgung mit Windstrom bereits Realität sei.

Eine wichtige Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Stromnetze geöffnet und ausgebaut werden, damit der dezentral erzeugte Strom aus Erneuerbaren Energien eingespeist werden kann. Die Erneuerbare-Energien-Branche unterstützt daher die Forderungen der EU-Kommission, einen diskriminierungsfreien Netzzugang durch die konsequente Trennung von Stromerzeugung und -transport zu erreichen sowie durch entsprechende Planungen und Investitionen europaweit funktionsfähige Netze zu schaffen.

"Fehlende Kooperationen und lange Planungszeiten der Netzbetreiber behindern das transeuropäische Energienetz und damit die Integration Erneuerbarer Energien. Dadurch ist der Ausbau klimafreundlicher Energien gefährdet und die geforderten CO2-Einsparungen können nicht eingehalten werden", meint Dr. Wolfgang Kerner, Policy Officer policies & technological development, Europäische Kommission, DG TREN. Ralf Bischof, Geschäftsführer des Bundesverbandes WindEnergie: "Das Stromnetz ist das letzte Mittel der Konzerne, um Konkurrenz und Wettbewerb klein zu halten. Sie versuchen technische Lösungen für die Integration Erneuerbarer Energien zu verhindern, um Ihre Marktanteile zu sichern."

Dr. Antja Orths vom staatlichen dänischen Netzbetreiber Energinet.dk ist der Meinung, dass auch Deutschland eine Vollversorgung mit regenerativem Strom erreichen kann, "indem es die Anzahl dezentraler Kraftwerksanlagen erhöht."

Dr. Holger Krawinkel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie, Umwelt. des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V.: "Alte und verkrustete Strukturen in Deutschland verhindern derzeit eine ökologische und moderne Energieversorgung. Ohne Netzentflechtung werden wir den Anschluss an zukünftige Netzinnovationen verlieren. Auch der Verbraucher profitiert von einem dezentralen Energiesystem, denn der Wettbewerb auf der Erzeugerseite wird deutlich belebt."

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