CO2-Reduktion

Stromversorger wollen mit Öko-Argumenten für Kernkraft werben

Nach den AKW-Störfällen wollen die Stromversorger beim Energie-Gipfel im Bundesumweltministerium am Donnerstag mit Umweltargumenten für Atomkraft werben. "Der wichtigste Beitrag zur Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes sind längere Laufzeiten für die Kernkraftwerke", sagte RWE-Chef Harry Roels.

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München (ddp/sm) - Dürften etwa die beiden Biblis-Blöcke länger am Netz bleiben, würden dadurch 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr vermieden. Ähnlich äußerte sich Roels Kollege, E.ON-Chef Wulf Bernotat. "Wir sollten bei dem Treffen über den unverzichtbaren Beitrag der Atomenergie für Versorgungssicherheit und Klimaschutz sprechen", sagte Bernotat dem Nachrichtenmagazin "Focus". Angesichts des Klimawandels müsse man endlich eine realistische und offene Debatte über die Rolle der Kernenergie führen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will die Konzerne dazu bewegen, ältere Meiler früher abzuschalten. Die Unternehmen lehnen dies nicht nur ab, sondern wollen Restlaufzeiten von jüngeren auf ältere Anlagen übertragen, um diese länger als im Ausstiegs-Beschluss vereinbart am Netz zu lassen. Dafür sind RWE und EnBW bereits vor Gericht gezogen