Zurückgewiesen

Stromversorger gegen Kritik an Netzsicherheit

Die Stromversorger wehren sich gegen Vorwürfe, sie würden nicht genug in die Sicherheit ihrer Stromnetze investieren. So verweist die E.ON Thüringer Energie auf ihre Investitionskosten für Energieanlagen. EWE-Chef Werner Brinker mahnte größere Planungssicherheit an.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt/Oldenburg (red) - Das Stromnetz der E.ON Thüringer Energie AG ist nach Unternehmensangaben seit 1990 mit hohem Aufwand erneuert und umgebaut worden. Rund vier Milliarden Euro haben das Versorgungsunternehmen und ihre Vorgängerunternehmen bisher in Modernisierung und Ausbau in Thüringen investiert. In den vergangenen 15 Jahren wurde das komplette Hochspannungsnetz auf einer Länge von 2400 Kilometern saniert und überholt, weitere 300 Kilometer Hochspannungsleitung wurden völlig neu gebaut.

Jährlich sind bei der E.ON Thüringer Energie 150 Millionen Euro für die Modernisierung und den Ausbau des Strom- und Erdgasnetzes vorgesehen. Hinzu komme ein 2005 aufgelegtes Sonderinvestitionsprogramm mit einem Umfang von 135 Millionen Euro, mit dem bis 2013 im Mittelspannungsbereich ein Großteil der bisher noch existierenden fünf unterschiedlichen Spannungsebenen auf die international übliche Normspannung von 20.000 Volt umgestellt werden soll.

Größere Planungssicherheit für Investitionen in Energienetze mahnt der Vorstandschef des Energieunternehmens EWE Werner Brinker an. Der aktuelle europaweite Stromausfall habe erneut die Bedeutung einer sicheren Energieversorgung aufgezeigt. Noch verfüge Deutschland – und ganz besonders das EWE-Gebiet – im internationalen Vergleich über ein hohes Niveau der Versorgungssicherheit. Bei den vorliegenden Plänen der Bundesnetzagentur, Netzentgelte zu kürzen, sei es für Unternehmen jedoch kaum noch möglich, in ausreichendem Umfang in die Netze zu investieren und damit die Versorgungsqualität zu sichern.

"Premiumversorgung gibt es nicht zum Discountpreis", so Brinker. Es könne nicht sein, dass einerseits der Ruf nach höchster Netzqualität laut wird und andererseits den Unternehmen dafür notwendige Einnahmen gekürzt werden. Allein im vergangenen Jahr investierte EWE mehr als 60 Millionen Euro in den Ausbau und die Sicherheit des Stromnetzes. Ob dies langfristig aufrechterhalten werden könne, sei jedoch fraglich.

Investitionen fließen nicht nur in die Netze, sondern auch in Forschung und Entwicklung. Gerade der politisch gewollte Ausbau der Windenergienutzung, aber auch anderer regenerativer Energieträger, stelle hohe Anforderungen an das Netzmanagement. EWE beschäftigt sich seit Jahren mit dem Gleichgewicht zwischen Strombedarf und Stromproduktion. Das Unternehmen entwickelt ein dezentrales Energiemanagement System (DEMS), um den Strombezug aus einer Vielzahl von Energiequellen zu optimieren.

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