"Heidengeld"

Stromtrassen an Bahngleisen: Machbar, aber teuer

Beim Bau der vorgesehenen 3.800 Kilometer neuer Stromtrassen könnten nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bestehende Eisenbahntrassen genutzt werden. Technisch sei das machbar, sagte der CSU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). Von einer Billiglösung könne jedoch keinesfalls die Rede sein.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Frankfurt/Main (dapd/red) - Allein die Ausstattung der Bahnanlagen mit neuen Kabeln und Masten würde rund 7,2 Milliarden Euro kosten. "Das ist ein Heidengeld", sagte Ramsauer. "Wenn man da rund 100 Milliarden Euro Kilowattstunden Strom im Jahr durchleitet und das Ganze auf 20 Jahre abschreibt", würde das seiner Ansicht nach den Strompreis um rund 0,3 Cent pro Kilowattstunde erhöhen. Andererseits müsste dafür "niemand enteignet werden", sagte Ramsauer, da die Flächen ohnehin dem Bund gehörten.

Bahnstrom ist nicht gleich "Allgemeinstrom"

Überlegungen, das knapp 8.000 Kilometer lange Bahnstrom-Versorgungsnetz auch für die öffentliche Stromversorgung zu nutzen, hat die Bahn bereits als wenig sinnvoll zurückgewiesen. Die bahneigenen Leitungen ließen sich nicht ohne weiteres für die Durchleitung von Allgemeinstrom nutzen. Zudem sei die Aufstockung der Masten, um zusätzliche Leitungen zu installieren, vielfach nicht möglich, sagte Bahn-Vorstand Volker Kefer im vergangenen Sommer. Es käme nur eine Nutzung der bestehenden Leitungstrassen mit zusätzlichen Leitungen in Betracht.

Das Stromnetz der Deutschen Bahn ist nach dem des Energiekonzerns RWE übrigens das zweitgrößte - und das einzig flächendeckende - in Deutschland.