Mehr Wettbewerb

Stromtarif: Preisunterschiede bis zu 28 Prozent

Mit der Liberalisierung des Strommarktes haben Verbraucher seit 1998 die freie Wahl bei den Stromanbietern. Das hat den Wettbewerb angekurbelt und das Sparpotenzial vergrößert. Dennoch bezieht noch rund ein Drittel der Deutschen ihren Strom vom häufig teuersten Grundversorger.

Stromnetz© mik ivan / Fotolia.com

Heidelberg (red) - Der Preisunterschied zwischen teuren und günstigen Stromtarifen wird immer größer. Das hat eine Analyse des unabhängigen Verbraucherportals Verivox ergeben. Damit wächst auch das Sparpotenzial von Jahr zu Jahr. Betrug das Preisgefälle zwischen der lokalen Grundversorgung und dem günstigsten verfügbaren Tarif (ohne Vorauskasse) im Jahr 2004 durchschnittlich rund sechs Prozent, zeigt die Auswertung für 2014 einen Preisunterschied von rund 28 Prozent.

Mit dem Wettbewerb steigt das Sparpotenzial

Das Sparpotenzial hat sich im gleichen Zeitraum mehr als versiebenfacht. Konnte ein Vierpersonenhaushalt mit einem Verbrauch von 4.000 kWh 2004 durchschnittlich 46 Euro mit einem Wechsel aus der Grundversorgung einsparen, sind es 2014 bereits 337 Euro. Verbraucher haben an ihrem Wohnort durchschnittlich die Wahl zwischen 146 Anbietern. Vor zehn Jahren waren es erst 22. Insgesamt werben heute über 1.100 regionale und überregionale Stromanbieter um die Gunst der Kunden.

3,6 Millionen haben 2013 gewechselt

Die Wechselbereitschaft der Verbraucher steigt kontinuierlich. Laut aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur haben 2013 knapp 3,6 Millionen Haushalte den Versorger gewechselt – ein Anstieg von 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2006 waren es noch weniger als 700.000 Haushalte.

Grundversorgung: Zumeist der teuerste Tarif

Ein Drittel (34 Prozent) der Haushalte befindet sich aber auch noch 16 Jahre nach Öffnung des Strommarktes in der örtlichen Grundversorgung und damit im zumeist teuersten Tarif. Dem Grundtarif beziehen all diejenigen, die noch nie gewechselt haben. Durch den Wechsel zum günstigsten verfügbaren Tarif könnten diese Haushalte zusammen bis zu 4,5 Milliarden Euro sparen.

Liberalisierung in der Übersicht


    1998

  • Startschuss zur Liberalisierung des deutschen Strommarktes mit Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes.
  • Öffnung des Strommarktes für die Kunden.

  • 2015

  • Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes.
  • Einrichtung der Bundesnetzagentur als zuständiger Aufsichtsbehörde.
  • Regulierung von Stromnetzzugang und Netznutzungsentgelten.

  • 2011

  • Erneute Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes.
  • Weitergehende Entflechtung der Netzbetreiber vom Stromvertrieb.
  • Schnellerer Lieferantenwechsel und Stärkung von Verbraucherrechten.